Vertriebene, Bombenopfer, „Lebensborn“-Kinder, die Schicksale dieser Gruppen waren lange Zeit kein Thema der Forschung zu NS-Zeit und Zweitem Weltkrieg. In den letzten Jahren hat sich dies gründlich geändert; jetzt kommen Menschen mit ihren Leidenserfahrungen zu Wort, die lange geschwiegen haben. Dies gilt nun auch für die „Kinder der Schande“, das sind diejenigen Kinder, die aus Beziehungen zwischen französischen Frauen und deutschen Soldaten während der Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich hervorgegangen sind. Ihnen haben die Autoren Jean-Paul Picaper und Ludwig Norz ein eindrucksvolles Buch gewidmet. Nach Ende der Besatzungszeit traf Mütter und Kinder – es waren etwa 200000 – der Haß der Bevölkerung. Die Kinder hatten nicht nur unter Demütigung und Ausgrenzung zu leiden, es gelang ihnen auch oft nicht, eine Verbindung zu ihrem Vater aufzunehmen. Zwölf Lebensläufe schildern die Autoren, die im zweiten Teil des Buchs in den historischen Kontext eingeordnet werden.