Eine Umfriedung des Kirchhofs mit einer hohen Mauer und die weitere Befestigung mit Türmen erhöhten die Kapazität insbesondere für das Vieh und verbesserten die Wehrhaftigkeit. Von da war es nur noch ein Schritt zum weiteren Ausbau der Außenmauern zu Speichergebäuden, in denen man das Getreide und andere Feldfrüchte vorsorglich einlagern konnte, denn im „Verteidigungsfall“ hätte das zu lange gedauert.
In Mönchsondheim (zu Iphofen, Landkreis Kitzingen) hatten die im 18. Jahrhundert rund um die Kirche neu gebauten Lagerhäuser statt der normalgroßen Fenster im Fachwerk nur sehr kleine Öffnungen (siehe Abbildung oben). Im Kreis Kitzingen gab es besonders viele Kirchenburgen, so dass das Museum typisch für Mainfranken ist.
Das Engagement des Volkskundlers Otto Beck seit den 1960er Jahren sowie die Überlassung der Rechte von 26 Eigentümern 1976 an die Gemeinde und den Museumsverein sicherten zunächst einen Großteil der um 1400 entstandenen Kirchenburg.
Die Kooperation mit Kreis und Bezirk ermöglichte den Zukauf weiterer direkt benachbarter Gebäude, so dass dieses Ensemble zu einem ganz besonderen „Freilandmuseum“ wurde: Alle Gebäude stehen noch an ihrem ursprünglichen Ort; kein Hof, keine Schule, kein Ladengeschäft musste demontiert und anderswo wieder aufgebaut werden. Seit der 2015 abgeschlossenen Sanierung und der Neukonzeption der meisten Ausstellungsräume hat alles frischen Glanz.
Denn es fragt sich ja, was man dem Besucher in 38 relativ kleinen, bis um 1960 genutzten Lagerräumen (Gaden) aus dem 15. bis 18. Jahrhundert in drei Etagen Interessantes präsentieren könnte. Gedroschenes Korn als Schüttgut oder Weinfässer in den Kellern lassen sich nicht gut mehrfach zeigen. Man könnte dann noch erklären, dass sich die Bauern, wenn mehrere den gleichen Raum nutzten, gegen Diebstahl mit Zwischenwänden, teilweise sogar auf den Treppen, schützten.
Die Lösung für die vielen weiteren Räume sind Ausstellungen, die das dörfliche Leben am Beispiel von Mönchsondheim illustrieren und dessen Lebendigkeit bis in die Jahrzehnte der Massenmotorisierung belegen. Das ist gerade vor dem Hintergrund aktueller Debatten über die Verödung des ländlichen Raums sehr aufschlussreich.
In einem Einführungsteil geht es um Siedlungen, Dörfer und örtliche Haustypen seit der Steinzeit. Selbstorganisation und Herrschaft werden dem Besucher jeweils mit wenigen, gut ausgewählten Objekten und hinterleuchteten gemalten Rekonstruktionen von Alltagsszenen nahegebracht.





