Zunächst stehen Strukturen und Mentalitäten im Mittelpunkt. Das immer wieder von schweren Konflikten erschütterte europäische Staatensystem, die virulente Konfessionsproblematik, divergierende Machtinteressen zwischen den Ständen und einem sich „verdichtenden“ Staat sowie Unruhen in einer durch Teuerungen und Hungersnöte gebeutelten Bevölkerung schufen eine wahrlich besorgniserregende Gemengelage.
Im nächsten Kapitel charakterisiert Duchhardt Kaiser, Papst und europäische Herrscher wie den englischen König Jakob I., Philipp III. von Spanien oder den dänischen Herrscher Christian IV. Danach folgt unter dem Stichwort „Schauplätze“ ein Blick in die politischen Verhältnisse verschiedener Länder, während sich das vierte Kapitel dem allgemeinen Krisengefühl der Zeitgenossen widmet. Dieses wurde geschürt durch unheilverkündende Prognostiken etwa über Kometenerscheinungen, von denen man glaubte, sie würden „groß bluetvergießen“, ja einen eschatologischen „Endkampf“ zwischen zwei großen Lagern ankündigen. Am Ende fragt der Autor: War der „Große Krieg“ unvermeidlich?
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Heinz Duchhardt
Der Weg in die Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges
Die Krisendekade 1608 –1618
Piper Verlag, München 2017, 254 Seiten, € 24,–





