Heloisas Eltern sowie die Daten ihrer Geburt und ihres Todes sind unbekannt. Doch das Leben ihrer Tochter ist besser dokumentiert als das der meisten Frauen des Mittelalters – auch deshalb, weil sie in einer von Umbrüchen geprägten Zeit namhaften Neuerern begegnet ist. Bald nach ihrer Geburt wurde Heloisa dem Nonnenkonvent von Argenteuil (nordwestlich von Paris) zur Erziehung anvertraut. Später lernte sie dort Latein, Griechisch und sogar Hebräisch. Sie kannte die Bibel und die Schriften der Kirchenväter, aber auch Ovids „Kunst des Liebens“. Dieses Buch, das römischen Männern den Umgang mit Frauen erklärte, gehörte nach den damaligen Vorstellungen nicht in die Hände einer frommen jungen Frau. …
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