Die österreichische Riviera erlebte ihre erste Blütezeit zwischen 1890 und 1914, also gerade einmal ein knappes Vierteljahrhundert lang. Zu ihren Zentren zählten Orte wie Abbazia, Triest und Grado, aber auch südliche Küstenstädte wie Split und Dubrovnik. Den unterschiedlichen Destinationen entsprachen auch verschiedene Konzepte von Tourismus: Während am Anfang ausschließlich Kuraufenthalte standen, entwickelte sich in der Folge familientauglicher Massenbetrieb oder Entdeckertourismus.
Der erste planmäßig angelegte Kurort an der “k.u.k. Riviera” war Abbazia (das heutige Opatija). Nach diesem Vorbild entstanden im späten 19. Jahrhundert weitere Tourismusdestinationen. Viele Hotels, Kurhäuser und Strandpromenaden wurden von Wien aus geplant und finanziert, Wiener Künstler entdeckten in den spektakulären Küstenlandschaften lohnende Motive. Mit dem aufkommenden Badetourismus um 1900 wurde Grado dank seiner kinderfreundlichen Sandstrände berühmt.
„In jüngster Zeit nahmen Spurensuche und neu tradiertes Wissen, aber auch die kulturgeschichtliche Erforschung der Region merkbar zu – in Österreich ebenso wie in Kroatien. Unsere Ausstellung steht also auf einer breiten und aktuelle Forschungsbasis“, so Direktor Wolfgang Kos. Dementsprechend breit gefächert seien die Fragestellung für die Ausstellung. „Die Bedeutung der militär-politischen Aneignung und verkehrstechnischen Erschließung der oberen Adria wird ebenso thematisiert wie die entscheidende Rolle der Medizin bei der Propagierung von Kurorte wie Abbazia, die ästhetischen Blickverschiebungen ebenso wie die von Wien ausgegangene ethnografische Erkundung einer der ärmsten Regionen der Habsburger-Monarchie.“
Der Ausstellungparcours folgt dem Prinzip einer Rundreise, wobei jeweils dann bestimmte Regionen in den Blickpunkt rücken, wenn sie in der Entwicklung des Adriatourismus eine wichtige Rolle einnehmen. Gezeigt werden etwa 450 Objekte, darunter unveröffentlichte Fotografien aus Istrien und Dalmatien zur Jahrhundertwende, bisher nicht gezeigte Objekte aus den Sammlungen des Wien Museums, Einrichtungsgegenstände aus Hotels, zeitgenössische Fremdenverkehrswerbung sowie Kunstwerke. Zahlreiche Museen aus der Region stellen Leihgaben zur Verfügung.
Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Stadtexpeditionen, Führungen und Vorträgen rundet die Ausstellung ab.





