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Die Pücklers: Szenen einer Ehe

Autor: Dr. Sebastian Rojek

Die Zukunft sah zunächst recht rosig aus, als der verschuldete Adelige Hermann von Pückler (1785–1871) im Oktober 1817 die neun Jahre ältere Lucie von Hardenberg (1776–1854) ehelichte, denn diese war immerhin die Tochter des preußischen Sta…

Die Pücklers: Szenen einer Ehe
Die Zukunft sah zunächst recht rosig aus, als der verschuldete Adelige Hermann von Pückler (1785–1871) im Oktober 1817 die neun Jahre ältere Lucie von Hardenberg (1776–1854) ehelichte, denn diese war immerhin die Tochter des preußischen Staatskanzlers. Dabei ging es offenbar nicht nur um Geld, wie die von Dagmar von Gersdorff ausgewerteten Briefe des Ehepaars beweisen.
Autor
Dr. Sebastian Rojek
21. August 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Rezensionen

Dr. Sebastian Rojek

Die Zukunft sah zunächst recht rosig aus, als der verschuldete Adelige Hermann von Pückler (1785–1871) im Oktober 1817 die neun Jahre ältere Lucie von Hardenberg (1776–1854) ehelichte, denn diese war immerhin die Tochter des preußischen Staatskanzlers. Dabei ging es offenbar nicht nur um Geld, wie die von Dagmar von Gersdorff ausgewerteten Briefe des Ehepaars beweisen.

Die Liebe mag echt gewesen sein, allerdings blieb Geldmangel ein Dauerthema in der Beziehung. Als der Staatskanzler 1822 verstarb, zerschlug sich die Aussicht auf eine üppige Erbschaft, da Hardenberg seine Tochter enterbt hatte. Die Schulden stiegen an, nicht zuletzt da der exzentrische Hermann, der unter anderem als Schriftsteller und Weltreisender agierte, nicht besonders sparsam war. In diesem Moment machte seine Frau dem unsteten Gatten ein kurioses Angebot: Das Einzige, was ihnen jetzt noch helfen könne, sei eine Eheschließung Hermanns mit einer neuen, im Idealfall sehr reichen Frau. Man solle die Scheidung anstreben und Hermann auf monetär motivierte Brautschau gehen.

Gersdorff schildert in flüssigem Stil den zweifelhaften Erfolg dieser Bemühungen und rekonstruiert eine lebenslange Liebesgeschichte, die an einen großen Roman mit exzentrischen Figuren gemahnt.

Dagmar von Gersdorff, „Alle Schönheit, aller Zauber“. Lucie und Hermann von Pückler. Insel Verlag, Berlin 2026, 256 Seiten, € 26,–.

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