Nach der Schlacht von Culloden standen in Großbritannien die Zeichen nicht auf Versöhnung – das Gegenteil war der Fall. Die Londoner Regierung unternahm praktisch nichts, um nach ihrem militärischen Erfolg wenigstens ansatzweise auf das politische Anliegen der Schotten einzugehen. Ein jahrhundertealtes Problem, das das Zusammenleben zweier Nachbarvölker immer wieder vergiftet hatte, schien zumindest aus der Sicht Londons auf absehbare Zeit gelöst zu sein.
In den Monaten und Jahren nach Culloden erlebte die schottische Bevölkerung die Rache des Siegers. Wilhelm August, Herzog von Cumberland, der Oberbefehlshaber der siegreichen englischen Armee, hatte praktisch freie Hand, um die Reste des militärischen und politischen Widerstands in Schottland auszulöschen. Sein Vorgehen war dabei von beispielloser Härte und Brutalität. Die Zeitgenossen und Nachfahren nannten ihn den „Schlächter“.





