Beim Schwimmen vor einem der weißen Strände des brasilianischen Ortes Bertioga (Bundesstaat São Paulo) erlitt am 7. Februar 1979 ein Badeurlauber einen Anfall und ertrank. Unter dem falschen Namen Helmut Gregor war der Mann 1949 von Italien aus nach Südamerika ausgewandert. Nun wurde er als Wolfgang Gerhard beerdigt. Doch auch Gerhard war nicht sein richtiger Name. Der Ertrunkene hieß in Wahrheit Josef Mengele (1911 –1979), das sollte 1992 ein DNA-Test ergeben. Wie viele andere Nazis hatte der „Todesengel von Auschwitz“ unter falschem Namen ein neues Leben in Übersee aufgebaut. Möglich gemacht hatte dies eine Fluchtroute, die als „Rattenlinie“ bekannt werden sollte.
Im Geheimdienstjargon bezeichnet „Rattenlinie“ eine Route, auf der Agenten ins Feindesland hinein- und wieder herausgebracht werden können. Zu besonderer Berühmtheit gelangte jene „Rattenlinie“, mit der US- Geheimdienste nach dem Zweiten Weltkrieg Nationalsozialisten – darunter auch Kriegsverbrechern – zur Flucht verhalfen, welche meist Südamerika und insbesondere Argentinien zum Ziel hatte.





