Als neue Bauherren am Ring traten überdurchschnittlich viele Juden auf. Dieser Aspekt wird in einer interessanten Ausstellung im Jüdischen Museum (Dorotheergasse, Tel. +43 (0)1 535-0431) noch bis zum 18. Oktober 2015 näher beleuchtet. Hintergrund war, dass nun erstmals auch den Juden erlaubt wurde, Grund und Boden zu erwerben. Die Familien der Ephrussi, Todesco, Lieben oder Rothschild, allesamt über Generationen durch Handel oder Finanzgeschäfte reich geworden und mit Adelstitel versehen, konnten sich nun repräsentative Wohnhäuser am Ring bauen lassen und sich dort als Kunstsammler und Mäzene betätigen.
Die Schattenseite aber war die Wohnungsnot der ärmeren Juden sowie die zunehmende politische Radikalisierung des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die in massive Judenfeindschaft mündete. Nach dem „Anschluss” Österreichs 1938 wurden die Palais „arisiert”, ihre Bewohner mussten fliehen.
In einer Ausstellung zur Ringstraße im Wien Museum am Karlsplatz (Tel. +43 (0)1 5058747-85173) werden Pläne, Entwürfe, Modelle und Fotografien gezeigt, die den städtebaulichen Umbruch und Wien auf dem Weg in die Moderne widerspiegeln





