Auch im deutschsprachigen Raum setzte im Mittelalter die Verehrung von Orten mit bedeutenden Reliquien ein. Das Apostelgrab St. Matthias in Trier zählte zu den wichtigsten überregionalen Pilgerzielen. Auch die Kaiserstadt Aachen entwickelte sich zu einem der großen Pilgerorte. Anlässlich der Aachener Heiligtumsfahrt wurden den Gläubigen alle sieben Jahre die vier „großen Heiligtümer“ gezeigt: das Kleid Mariens aus der Heiligen Nacht, Windeln des Christkindes, das Lendentuch des gekreuzigten Jesus sowie das Enthauptungstuch des heiligen Johannes des Täufers.
In Köln gab es seit dem 12. Jahrhundert zahlreiche Verehrungsstätten von Heiligen. Bereits unmittelbar nach der Entdeckung eines Gräberfelds setzte zu Beginn des 12. Jahrhunderts der Kult der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen ein. Laut der Ursula-Legende soll die Heilige während der Zeit der Völkerwanderung mit 11 000 Jungfrauen nach Rom gepilgert sein. Auf dem Rückweg seien alle bei Köln von den Hunnen getötet worden.





