Auch wenn die Römer ihren Traum von einer bis an die Elbe reichenden Provinz Germanien nach der Niederlage des Varus im Jahr 9 n. Chr. begraben mußten, so haben doch weite Teile des süd- und westdeutschen Raums, der Schweiz und Österreichs über Jahrhunderte hinweg zum Römischen Reich gehört. Trier, das antike Augusta Treverorum, wurde im 4. Jahrhundert gar kaiserliche Residenzstadt. So wie sich die Eroberung des heutigen deutschsprachigen Raums in mehreren Phasen abspielte, so ist auch das Ende der römischen Herrschaft nicht einheitlich gewesen. Vor allem im Bereich von Rhein und Donau vollzog sich dieses Ende nicht als Bruch, sondern als fließender Übergang. Die romanische Bevölkerung wurde nicht vertrieben, sondern von den Germanen assimiliert – Germanen, die ihrerseits durch ihre Kontakte mit der römischen Welt geprägt waren. So geht das Erbe der römischen Zivilisation weit über Wein und Straßenbau hinaus. Über Rom hielt das Christentum Eingang in die germanische Welt, und mit ihm die lateinische Sprache – als universelle Sprache der Verwaltung, der Kirche und der Wissenschaft.





