Ohne Mönche und Nonnen ist das christliche Abendland nicht denkbar. Benediktiner und Zisterzienser machten das Land im Mittelalter urbar, von den Bettelorden ging eine grundlegende Erneuerung der Kirche aus; in ihren Bibliotheken und Schreibstuben pflegten viele Orden die Wissenschaften. Die Beiträge dieses Heftes beschäftigen sich mit dem Vater des europäischen Mönchtums Benedikt von Nursia, dem alltäglichen Leben der Mönche und Nonnen im Mittelalter und geben einen Überblick über die Vielzahl der katholischen Orden bis in die heutige Zeit. Darüber hinaus blicken wir auf das Ende der blühenden Klosterlandschaft im Heiligen Römischen Reich durch die Säkularisation, die sich 2003 zum 200. Mal jährt: War dieses umstürzende Ereignis ein nicht verantwortbarer Kulturbruch, der unersetzliche Werte zerstört hat, oder ein notwendiger Befreiungschlag, um den Weg zu einer modernen Gesellschaftsordnung zu finden?