Benjamin Disraeli war eine schillernde Figur: Geboren 1804 als Sohn eines jüdischen Literaten, der seine Kinder jedoch später anglikanisch taufen ließ, tat Disraeli sich zunächst als Romancier hervor. Doch eigentlich hatte er politische Ambitionen: 1837 konnte er, nach mehreren Anläufen, einen Sitz im Unterhaus für die Konservativen einnehmen. In der Folgezeit mauserte sich das durch sein exzentrisches Verhalten auffallende Enfant terrible zu einem wichtigen Ratgeber Queen Victorias und schließlich 1868 zum Premierminister des britischen Empires. Eine anschaulich geschriebene politische Biographie dieses so intelligenten wie eloquenten Staatsmanns hat Edgar Feuchtwanger vorgelegt. Der Autor beschreibt minutiös die sozialen Netzwerke, die Disraelis grandiosen Aufstieg ermöglichten, seine Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner, allen voran mit Robert Peel, und sein Verhältnis zu Queen Victoria. Er verschweigt auch nicht, dass sich Disraeli, obwohl praktizierender Christ, antisemitischer Anwürfe erwehren musste.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





