Als „eine Revolution, von welcher die Weltgeschichte noch kein Beispiel hat“, bezeichnete schon 1790 Christoph Martin Wieland die Pariser Ereignisse. Goethes berühmter Ausspruch, den er den Soldaten der preußisch-weimarischen Invasionsarmee nach der Niederlage gegen das französische Revolutionsheer bei Valmy 1792 zugerufen haben will („Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen“), mag eine rückblickende Stilisierung sein, stimmt aber mit vielen weiteren ähnlich lautenden zeitgenössischen Einschätzungen überein.
Viele schon lange auf der Agenda stehende Reformforderungen der Aufklärung wie die Abschaffung der Leibeigenschaft, die Garantie von Religionsfreiheit und bürgerlicher Rechte für alle Konfessionen (1791), schließlich auch die Abschaffung der Sklaverei (1794) wurden nun erstmals Realität, nachdem entsprechende Vorstöße unter den Herrschaftsverhältnissen des Ancien Régime nicht durchsetzbar und regelmäßig gescheitert waren.





