Der Fuciner See in den Abruzzen war mit rund 155 Quadratkilometern das größte Binnengewässer Italiens. Von Gebirgszügen umgeben, hatte er keinen natürlichen Wasserabfluß, was zu erheblichen Schwankungen des Wasserspiegels führte. Das Umland war überaus fruchtbar, doch Malaria und verheerende Überschwemmungen bedrohten die an den Ufern siedelnden Marser. Erst Kaiser Claudius schien ein Kanalbauprojekt lohnend, nachdem einige Privatleute angeboten hatten, es gegen die Verfügung über das trockengelegte Gebiet zu finanzieren. 30000 Arbeiter schlugen in elf Jahren durch massiven Stein einen 4,6 Kilometer langen Tunnel, der unter dem Monte Salviano in bis zu 300 Metern Tiefe verlief. Höhepunkt der Eröffnungsfeier im Jahr 52 bil?de?te eine inszenierte Seeschlacht. Unter den Augen einer großen Menschenmenge ließ Claudius in einem blutigen Massenspektakel zwei Flotten mit je 19000 Verurteilten gegeneinander kämpfen. Der Kanal allerdings verlief nicht tief genug, um den See auch nur zur Hälfte ablaufen zu lassen. Bis zum Tod des Claudius bemühte man sich weiter, doch erfolglos. Nero, Nachfolger des Claudius, ließ schließlich 54 n. Chr. das problematische Projekt fallen. Eine Trockenlegung des Fuciner Sees gelang erst durch einen neuen Kanal im 19. Jahrhundert.





