Friedrich Barbarossas Bemühungen, 1152 die Nachfolge im Königsamt anzutreten, werden in den zeitgenössischen Quellen in sehr unterschiedlicher Weise fassbar. Wir haben einerseits klare Aussagen seines Biographen und Verwandten, Otto von Freising, der in seinen „Gesta Frederici“ ein uneingeschränktes Loblied der Jugend Friedrichs bietet sowie seine von Gott gelenkte Nachfolge im Königsamt als unstrittig beschreibt. Der sterbende König Konrad, sein Vorgänger und Onkel, habe „die Insignien und seinen einzigen Sohn, der ebenfalls Friedrich hieß, Herzog Friedrich [Barbarossa] übergeben. Er war nämlich ein kluger Mann und machte sich keine Hoffnungen darauf, dass sein Sohn, der ja noch ein kleiner Knabe war, zum König erhoben würde.“ Zudem akzentuierte Otto stets die Tatsache, dass Friedrich die Verbindung zwischen den konkurrierenden Adelsgeschlechtern der Staufer und Welfen herstelle.
Diese klare Stellungnahme eines Verwandten ergänzend, kann man eine Reihe von Kontakten Friedrichs vor der Wahl beobachten, mit denen er wichtige Wähler auf seine Seite brachte. Diese Belege weisen auf intensive Aktivitäten Barbarossas im engen Zeitraum zwischen dem Tod Konrads III. (15. Februar) und Friedrichs Wahl in Frankfurt (4. März). Einige der getroffenen Abmachungen begründeten Bündnisse, andere hingegen schufen neue Konflikte. Insgesamt aber erweist sich Friedrich Barbarossa durch diese verdeckten Vereinbarungen als ein politischer Akteur, der entschlossen eine sehr labile Situation für sich nutzte.
Die Erfahrungen der vorhergehenden Königswahlen von 1125 und 1138 hatten gelehrt, dass für die Wähler keineswegs allein geblütsrechtliche Überlegungen relevant waren. Die Kirche wie die Adligen beurteilten vielmehr die Eignung der Kandidaten, wobei sie offenbar durchaus unterschiedliche Maßstäbe anlegten. In beiden Fällen entschieden sie jedenfalls gegen Kandidaten, die das Argument der Verwandtschaft vorrangig auf ihrer Seite hatten.
König Konrad III. hinterließ nur seinen jüngeren Sohn namens Friedrich (von Rothenburg), der beim Tod des Vaters erst acht Jahre alt war und somit als Nachfolger für rund sieben Jahre eine Vormundschaftsregierung benötigt hätte. Man kannte aber in dieser Zeit die biblische Warnung: „Wehe dem Land, dessen König ein Kind ist und dessen Fürsten in der Frühe tafeln“ (Prediger 10, 16). Diese Skepsis scheint Friedrich Barbarossa zu seinem Vorteil genutzt zu haben.
Wir sehen ihn in der kurzen Zeitspanne zwischen dem Tod Konrads III. am 15. Februar 1152 und der Königswahl in Frankfurt sowohl in Kontakten mit den Bischöfen Eberhard von Bamberg und Gebhard von Würzburg als auch bei einer Klosterweihe in der Wetterau mit den Erzbischöfen von Mainz und Köln, vor allem aber mit Heinrich dem Löwen. Was bei diesen Treffen besprochen wurde, wird erst durch die Entwicklungen nach der Königswahl deutlich. Vor allem erhielt der Löwe nach der Wahl Barbarossas dessen nachhaltige Unterstützung zur Wiedererlangung des Herzogtums Bayern.





