Im Jahr 280 v. Chr. erreichte König Pyrrhos von Epirus ein Hilfegesuch der Stadt Tarent in Süditalien. Er wurde von den Bewohnern gebeten, ihnen gegen die Angriffe Roms beizustehen. Pyrrhos war als Feldherr weithin berühmt und galt als zweiter Alexander der Große. Da er als Führer eines Söldnerheeres immer dankbar für einen Krieg war, der seine Soldaten beschäftigte, entsprach er der Bitte gern. Mit einer großen Geste erklärte er seinen Krieg sogar zur Wiederholung des Trojanischen Kriegs. Er, der Grieche, wollte gegen die Nachkommen der Trojaner kämpfen, die einst die Gründer Roms gewesen sein sollen. Sein Aufwand entsprach dieser Vorgabe. Unter anderem setzten 20 Kriegselefanten mit ihm von Griechenland nach Unteritalien über. Das war die erste Begegnung der Römer mit den gefürchteten Tieren, Jahrzehnte vor Hannibals Zug über die Alpen (217 v. Chr.). Im Oktober 279 v. Chr. kam es bei Ausculum in Unteritalien zur Schlacht. Pyrrhos konnte zwar einen Sieg erringen, doch waren seine Verluste so schwer, daß er ihn nicht nutzen konnte. Im Gegenteil, er mußte sich nach Syrakus zurückziehen. 275 kehrte er noch einmal mit Siegeshoffnungen nach Unteritalien zurück, doch bei Benevent erlitt er eine deutliche Niederlage gegen die Römer. Das Debakel war perfekt. Da ihm schließlich die finanziellen Mittel ausgingen, mußte er sich endgültig aus Italien zurückziehen und nach Griechenland zurückkehren. Sein Feldzug gegen die Nachfahren der Trojaner war damit gescheitert. Sein Sieg aber, der die spätere Niederlage eingeleitet hat, ist als Pyrrhos-Sieg sprichwörtlich geworden.





