Jeder römische Feldherr war dazu verpflichtet, vor einer Schlacht die sogenannten Auspicien einzuholen, um zu erfahren, ob die Götter dem Vorhaben wohlwollend gegenüber standen. Meistens geschah dies, indem man das Verhalten der Vögel beobachtete, entweder ihren Flug oder ihr Freßverhalten. So ließ auch Publius Claudius Pulcher im Jahr 249 v. Chr. vor seiner Ausfahrt zur Seeschlacht gegen die Karthager im Ersten Punischen Krieg die heiligen Hühner füttern. Die jedoch wollten nicht fressen, das ungünstigste Omen, das möglich war. Der Feldherr ließ sich dadurch nicht weiter aufhalten und ließ die Hühner ins Wasser werfen, wo sie ertranken. “Wenn sie nicht fressen wollen, sollen sie wenigstens saufen,” waren seine Worte. Er begab sich in die Schlacht und – erlitt eine schwere Niederlage. Danach wurde er in Rom zur Rechenschaft gezogen: Eine Schlacht zu verlieren war schlimm, aber die Zeichen der Götter zu mißachten, war der höchste Frevel. Pulcher wurde dafür zum Tode verurteilt, starb aber schon kurz nach der Urteilsverkündung eines natürlichen Todes.





