Schirmer, 1807 in Jülich geboren, studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und wandte sich dort schon früh der Landschaftsmalerei zu. Beeinflusst von der Romantik gründete er im Jahr 1827 zusammen mit Carl Friedrich Lessing den „Landschaftlichen Componierverein“. Schirmer und Lessing waren sich einig, dass die damals gelehrten Malweisen den Idealen der Romantik nicht gerecht würden. In ihren Studien rückte sie eine detailgetreue Darstellung von Vegetation und Landschaft in den Vordergrund. Aus diesen Studien wiederum erschufen sie Landschaftsbilder, die zugleich einfallsreich komponiert und emotional ausdrucksstark waren.
Mit diesem Kunstverständnis trafen Schirmer und Lessing den Zeitgeist. So sollte sich aus dieser studentischen Initiative schon bald ein eigener Lehrzweig an der Kunstakademie entwickeln. Der Akademiedirektor Wilhelm von Schadow hatte das Talent Schirmers erkannt und förderte ihn, so dass er bereits ab 1830 Landschaftsmalerei an der Akademie unterrichten konnte. 1839 erhielt er schließlich eine ordentliche Professur. An der Kunstakademie trug er wesentlich zur Entstehung der Düsseldorfer Schule der Landschaftsmalerei bei. Schirmer blieb in Düsseldorf, bis er 1854 zum Gründungsdirektor der Karlsruher Kunsthochschule berufen wird. Diesen Posten hielt er bis zu seinem Tod 1863 inne.
Während seiner 32-jährigen Lehrtätigkeit bildete er hunderte Schüler aus und etablierte die Landschaftsmalerei somit als eigenes Lehrfach. Zudem hat Schirmers Sicht- und Darstellungsweise von Landschaften bis heute und bis in weite Teile der Welt hinaus den Blick der Menschen auf Umwelt und Natur nachhaltig geprägt. Mit dem großen Ausstellungs- und Kooperationsprojekt der rheinländischen Museen und Galerien sollen diese Leistungen Schirmers gewürdigt werden.
Den Beginn des Ausstellungsprojekts markiert das Clemens-Sels-Museum in Neuss mit der Ausstellung „Die weite Ferne so nah – Schirmers Reiseskizzen“ (25.4. – 1.8.2010). Sie konzentriert sich auf die Inspirationsquellen Schirmers und dabei insbesondere auf dessen Vorabskizzen. Diese hat der Künstler auf seinen Reisen angefertigt und in ihnen regionale und lokale Eigenheiten von Land und Leuten im Detail festgehalten. Das Museum geht insbesondere der Frage nach, wie diese vorbereitenden Studien letztendlich in Schirmers Malerei Eingang fanden.
Die Ausstellung „Ein bläulich silbriger Duft der Ferne“ (24.4. – 29.8.2010) im museum kunst palast in Düsseldorf stellt Schirmers Freilichtstudien aus der Zeit seiner Italienreise 1839/40 in den Mittelpunkt. Diese Phase gilt als Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens. Die Besonderheit: Erstmals werden diese Ölstudien zu einem harmonischen Gesamtpanorama zusammengefasst.
Unter dem Titel „Einblicke in Schirmers Atelier“ (16.5.2010 – 16.1.2011) vermittelt das Bonner LVR-LandesMuseum einen Eindruck von der handwerklichen Seite der Landschaftsmalerei. Sie veranschaulicht die Arbeitsprozesse bei der Entstehung eines Ölgemäldes im Atelier. Moderne Techniken wie Röntgen- oder Infrarotaufnahmen erlauben eine detaillierte Rekonstruktion Schirmers Arbeit und ermöglichen dabei interessante Einblicke.





