Von einer Höhe oberhalb der Ortschaft Dybbøl auf der süddänischen Halbinsel Sundeved bietet sich ein eindrucksvolles Panorama. Der Blick schweift über den schmalen Alsensund hinüber zur Stadt Sonderburg mit dem gleichnamigen roten Backsteinschloss, sodann nach rechts zum Wenningerbund, einem Ausläufer der Flensburger Förde, und weiter zur Halbinsel Broaker.
Eine weiße Mühle dominiert die Anhöhe. Eine in Reihe aufgefahrene Batterie von Feldgeschützen, ein Mast mit der dänischen Flagge, Denkmäler und etliche Gedenksteine machen rasch klar, dass man sich hier auf historischem Boden bewegt. Dybbøl (deutsch: Düppel), das dem dramatischen Geschehen seinen Namen gegeben hat, liegt dahinter in der Senke.
Links der Straße erhebt sich unweit der Mühle ein auffälliges Gebäude in moderner Architektur. Davor prangt auf einer Mauer in großen Ziffern die Jahreszahl „1864“. Es ist das wohl wichtigste Datum in der jüngeren dänischen Geschichte, und das dazugehörige Museum hat es sich seit seiner Eröffnung 1992 zur Aufgabe gemacht, den Besuchern einen facettenreichen Gesamteindruck der dramatischen Ereignisse des 18. April 1864 zu bieten. In der entscheidenden Schlacht des Deutsch-Dänischen Kriegs gelang es etwa 10 000 Preußen, die insgesamt zehn dänischen Feldschanzen zu erstürmen. Vorangegangen war ein wochenlanges Bombardement.
Dänemark musste nach der Niederlage Holstein und große Teile Schleswigs an die Sieger Preußen und Österreich abtreten.
Längst sind die Reste der damals bis zur Unkenntlichkeit zerbombten Erdwerke abgetragen, aber die eigenwillige Gestaltung des keilförmigen Museumsbaus will noch einmal an eine der zerstörten „Düppeler Schanzen“ erinnern.
Der Rundgang kann mit einem einleitenden Film in einem kleinen Kinosaal begonnen werden. Professionelle Schauspieler und Reenactment-Darsteller informieren darin über die Ereignisfolge und ihre wichtigsten Protagonisten. Gleichwohl stehen im Hauptteil der Ausstellung nicht etwa große Persönlichkeiten im Mittelpunkt, sondern hauptsächlich Nebenfiguren, wie etwa der dänische Leutnant Wilhelm Dinesen (1845–1895): Offizier, Abenteurer, Schriftsteller und Vater der berühmten Autorin Karen Blixen (1885 –1962).
Auf preußischer Seite widmet sich eines der insgesamt zwölf Porträts dem Düsseldorfer Militärmaler Wilhelm Camphausen (1818 –1885), der später das wohl bekannteste Schlachtengemälde von der Erstürmung der Schanze II anfertigte. Ein Diorama in Originalgröße zeigt dann auch nicht mehr den klassischen Feldherrnhügel, sondern das Leben und das wochenlange Ausharren der einfachen Soldaten in einer Kraterlandschaft. Unverkennbar verweist die beklemmende Szenerie mit ihrer akustischen Untermalung bereits auf die Schützengräben des Ersten Weltkrieges.





