Das Abendgebet war vorüber, als der Herrscher zur Audienz bitten ließ. Ala ad-Din Tarmaschirin, Gebieter über das Tschagatai-Khanat, ein Nachfahre Dschingis Khans, redete den Gast in türkischer Sprache an, erkundigte sich aufs Liebenswürdigste nach seinem Befinden und hieß ihn willkommen: „Deine Ankunft hier sei gesegnet.“ Im Kreis des Regenten und seiner ranghöchsten Berater ließ sich der Besucher aus dem fernen Westen anschließend nach seinen Abenteuern ausfragen, berichtete von Kairo, Jerusalem und Damaskus, Aufenthalten in Mekka und Medina, der Reise von Mesopotamien ins Innere Asiens. Fast zwei Monate verbrachte er am Hof des Tschagatai-Khans, der ihm zum Abschied 700 Silberdinare und einen Zobelpelzmantel schenkte und ihn mit Händedruck und huldvollem Lächeln entließ.
Für Scheich Abu Abdallah Mohammed ibn Battuta – so sein voller Name – waren Begegnungen wie die im Feldlager Tarmaschirins nahe Samarkand nichts Außerordentliches, zumindest eigenem Bekunden zufolge. Demnach war er es gewohnt, wo immer er unterwegs war, Aufsehen zu erregen, nicht zuletzt auch das Interesse der Herrschenden. Nicht selten sei ihm, näherte er sich einer Stadt, zur Begrüßung eine ganze Prozession lokaler Würdenträger entgegengekommen, Vertreter von Verwaltung, Justiz und Geistlichkeit. Wohlhabende und Mächtige hätten ihn, während er sich bei ihnen aufhielt, von Bankett zu Bankett gereicht und mit Geschenken überhäuft. So lesen wir es vielfach in seinen hinterlassenen Aufzeichnungen.





