Die Kammerdame bemerkte, dass Madame de Pompadour die Tränen in die Augen schossen, als sie den Brief aus Roßbach las. Der Fürst von Soubise hatte am 5. November 1757 an der Spitze einer französischen Armee zusammen mit den alliierten Truppen der Reichsarmee in Sachsen eine empfindliche Niederlage gegen den Preußenkönig erlitten. Für die ehrgeizige Mätresse des französischen Königs Ludwig XV. war diese Neuigkeit ein Schlag ins Kontor. Sie wollte Frankreich zur Hegemonialmacht Europas, ja sogar der ganzen Welt machen. Sachsen war nun an Friedrich II. verloren, die Allianz zwischen Frankreich und Habsburg empfindlich gestört, und die Truppen im Feld waren nachhaltig demoralisiert.





