Inhaltlich ist das Buch zweigeteilt. Im ersten Kapitel geht es um die „Klassische Archäologie als Kulturwissenschaft“. An dieser Stelle werden die Voraussetzungen des Fachs, wie zeitlicher und geographischer Rahmen, zu bearbeitendes Material, Objektgattungen, Arbeitsmethoden und Grundbegriffe geklärt.
Im zweiten Kapitel „Fallbeispiele“, welches den größeren Teil des Buches ausmacht, werden die spezifisch archäologischen Vorgehensweisen, Methoden und Problematiken, die im ersten Kapitel angerissen wurden, an ausgesuchten Beispielen verdeutlicht. So wird in jedem Unterkapitel ein archäologischer Fund eingehend vorgestellt und auf dessen Besonderheiten und Charakteristika verwiesen. In einem Beispiel wird die Porträtstatue eines Römers mit Ahnenbildnissen besprochen. In diesem Zusammenhang werden die Besonderheiten des antiken und besonders des römischen Porträts erklärt. Es folgt eine Darstellung des Kontexts und der Objektbiographie, in welcher die Fundumstände, das Objekt und dessen ehemaliger Verwendungszweck kurz vorgestellt werden; beim Bildnis des Römers handelt es sich wohl um eine Grabstatue. Danach geht es um die ikonographische Bedeutung des Funds. Bei der Porträtstatue wird u.a. auf die Darstellung des Gewandes Augenmerk gelegt und das Aussehen der Toga genauer erläutert. Schließlich folgt ein Abschnitt zur Interpretation des Objekts, in welchem dessen Aussage in den jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontext gestellt wird und etwaige Probleme erklärt werden. Beim Fallbeispiel stellt sich heraus, dass einer der von der Statue gehaltenen männlichen Porträtköpfe umgearbeitet wurde und ursprünglich wohl das Abbild einer Frau war.
Wichtig ist dabei, dass das Buch nicht darauf abzielt, wie beispielsweise ein Museumsführer die beschriebenen Objekte vorzustellen. Dies wird zwar auch geleistet, aber Hauptzweck bleibt die Einführung ins Fach und die Verdeutlichung der Tätigkeiten und Methoden, die die Klassische Archäologie im Umgang mit Antiken ausmacht. Die Schwarz-weiß-Abbildungen, die den Objekten beigegeben wurden, sind dafür durchaus genügend. Des Weiteren verfügt das Buch über je eine Karte der griechischen und römischen Welt. Für den Studienanfänger wären aber zusätzliche schematische Abbildungen der unterschiedlichen Gefäß- und Architekturtypen durchaus wünschenswert gewesen. Zu beachten ist ferner, dass das Buch keine Einführung in die Grabungsarchäologie ist.
Die besprochenen Objekte stammen aus dem griechischen Raum und aus dem Römischen Reich. So wird das erste Beispiel, das Grab einer wohlhabenden Frau aus Athen, auf das 9. Jh. v. Chr. datiert. Das letzte Beispiel hingegen, eine Heraklesstatue aus den Caracallathermen, stammt aus dem Zeitraum von 211 bis 217 n. Chr. Darüber hinaus bietet die Einführung u.a. Beispiele der Gattungen Vasenmalerei, Reliefarbeit, Skulptur und Architektur.





