Drei Tage und Nächte lang habe er die Truppenbewegungen der Staufer genau verfolgt, berichtete Karl von Anjou am Abend nach der Schlacht in seiner Siegesmeldung an Papst Clemens IV. (1265–1268). In Wirklichkeit war ihm erst am Tag zuvor gemeldet worden, dass feindliche Truppen am Fuß des Monte Carce in der Palentinischen Ebene (in der heutigen Region Abruzzen) erschienen waren. Im Eiltempo ließ Karl seine Ritter in voller Rüstung aufmarschieren, um den Gegner abzufangen – und durfte sich glücklich schätzen, dass sich seine Männer noch eine Nacht von den Strapazen des Tages erholen konnten. Doch das konnte er dem Papst schlecht schreiben – er wollte ja im besten Licht erscheinen.
In der Schlacht von Tagliacozzo entschied sich das Schicksal zweier Thronanwärter. Sowohl Karl von Anjou als auch Konradin sahen sich als legitime Herrscher des Königreichs Sizilien, welches nicht nur die Insel, sondern den gesamten Süden Italiens umfasste. Konradins Großvater, Kaiser Friedrich II., hatte bei seinem Tod am 13. Dezember 1250 ein riesiges Reich hinterlassen – und große politische Probleme, denn der „größte unter den Fürsten der Erde“ hatte das Papsttum gegen sich aufgebracht.





