Mit dem Untergang der Staaten hinter dem „Eisernen Vorhang“ hat der Marxismus seine institutionelle Basis verloren und seine ursprüngliche Dominanz eingebüßt. Doch inzwischen macht sich die gegenläufige Tendenz bemerkbar, dass die Marx’sche Denkweise untergründig wirksam geworden ist: Marx ist in aller Munde. Diese verborgene Aktualität besteht darin, dass viele Denkmotive in unseren Kanon eingesickert sind, ohne dass dies bemerkt worden ist. Und wenn es einer merkt, regt sich niemand mehr darüber auf.
Zunächst wird zugestanden, dass Marx mit bestimmten Beobachtungen durchaus recht habe: etwa mit der Globalisierung, deren ökonomische und kulturelle Tendenzen er als einer der Ersten entdeckt hatte; zugleich mit der Befürchtung, dass sich im Zuge eines globalen Marktes die Schere zwischen Reich und Arm vergrößern könnte. Auch die Finanz- und Wirtschaftskrisen des 21. Jahrhunderts zeigen, dass der Kapitalismus tatsächlich periodisch in die Krise gerät. Dies ist kein Betriebsunfall, sondern im ökonomischen System begründet. Der Markt reguliert sich eben nicht von selbst, sondern bedarf des politischen Eingriffs.
Ferner werden bestimmte Theorien von Marx übernommen, ohne deren Herkunft preiszugeben:…
Autor: Prof. Dr. Johannes Rohbeck
Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 04/2018.





