Einen dieser Texte hatte Freytag einem schmalen, 1854 in Frankfurt am Main erschienenen Band entnommen, der erst durch diese Übernahme breitere Beachtung fand: „Der Chronist Friedrich Lucä. Ein Zeit- und Sittenbild aus der zweiten Hälfte des siebenzehnten Jahrhunderts“. Ebenso wie andere Autoren und Wissenschaftler nach ihm beurteilte Freytag den Text als das authentische Selbstzeugnis eines frühneuzeitlichen Theologen, das von einem Nachfahren, fußend auf der in Familienbesitz überlieferten Handschrift, wortgetreu herausgegeben worden sei. Diese Einschätzung aber entpuppt sich nun nach jahrelangen Forschungen, die am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Stuttgart durchgeführt wurden, als folgenschwerer Irrtum.





