Bereits am 27. April 1945 erklärten Repräsentanten der drei neugegründeten politischen Parteien SPÖ (Sozialistische Partei und Revolutionäre Sozialisten), ÖVP (Österreichische Volkspartei) und KPÖ (Kommunistische Partei Österreichs) den „Anschluss“ an Deutschland für nichtig und verkündeten die Errichtung einer unabhängigen demokratischen Republik. Die Federführung übernahm der sozialdemokratische Staatskanzler Karl Renner (1945 –1950; seit Dezember 1945 als Bundespräsident). Während Wien erst nach blutigen Kämpfen am 13. April 1945 von der Roten Armee befreit worden war, fand zwischen dem 3. und dem 8. Mai in den Landeshauptstädten eine meist friedliche Machtübergabe statt, auch wenn amerikanische und britische Truppen sowie sowjetische Einheiten in den ehemaligen NS-Gauen durchaus noch in Kampfhandlungen verwickelt waren.
Die auch für die Westalliierten überraschende und irritierend schnelle Regierungsbildung war ein Ergebnis der sowjetischen Österreich-Politik, deren zentrales Ziel die Trennung Österreichs von Deutschland war. Anfang Juli wurden die jeweiligen Besatzungszonen unter den vier Alliierten festgelegt: Französische Zone: Vorarlberg und Tirol; Britische Zone: Kärnten und Steiermark; Sowjetische Zone: Niederösterreich, Burgenland und das Mühlviertel; US-Zone: Oberösterreich und Salzburg. In Wien hatten alle vier Alliierten eigene Zonen, der 1. Bezirk mit den wichtigsten Verwaltungsgebäuden wurde gemeinsam verwaltet. Am 11. September 1945 folgte die Konstituierung des für ganz Österreich zuständigen Militärregierungsorgans, des Alliierten Rates in Wien.





