Von ihnen stammen sie alle ab, die bekannten Satiremagazine wie der „Simplicissimus“ oder der „Kladderadatsch“: von den „Fliegenden Blättern“. Im November 1844 erstmals gedruckt, kommentierten sie durch satirische Texte und vor allem bissige Karikaturen für die Aufgeweckten unter den Zeitgenossen das Weltgeschehen. Kein anderes Blatt dieser Gattung hat länger „gelebt“: 100 Jahre lang, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, erschienen die frechen, achtseitigen Hefte. Caspar Braun, ein Holzschneider, gründete die Blätter mitten im Vormärz zusammen mit dem Buchhändler Friedrich Schneider. Sie erschienen in München und wurden rasch zum Sammelpunkt für ambitionierte Künstler, darunter Carl Spitzweg und Wilhelm Busch. Unter der bieder-gemütlichen und humoristischen Fassade verbargen sich beißender Spott und illu?sionslose Kritik an Politik und Wirtschaft, aber auch an den herrschenden Moralvorstellungen. Wie genau die Blätter den Zeitgeist trafen, zeigen die erfundenen Figuren Biedermann und Bummelmaier. Aus der Verbindung der beiden Namen dieser typischen Kleinbürger entstand die Bezeichnung für eine ganze Epoche: das Biedermeier.





