Zum Inhalt springen
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
AnmeldenAbonnieren
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Rezensionen
  • Podcast
  • DAMALS Plus
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Podcast
  • Rezensionen
DAMALS-Newsletter
Spannende Geschichten aus der Geschichte direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • DAMALS Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

DAMALSErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-447
E-Mail: damals@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 DAMALS
Startseite/Geschichte & Archäologie/Artikel
Blick ins Grab einer Königin
Geschichte & Archäologie

Blick ins Grab einer Königin

Dieses Detail vom Sarkophag der aragonesischen Königin Elisenda zeigt sie mit gekröntem Haupt. Doch bestattet wurde Adelige nach ihrem Tod im Nonnenhabit. · Foto: Institut de Cultura de Barcelona

Zum 700. Jubiläum der königlichen Abtei in Barcelona haben Archäologen acht Gräber aus dem 14. Jahrhundert geöffnet – darunter das Grab von Elisenda de Montcada, Königin von Aragon. Dabei zeigte sich Überraschendes: Die Königin war in einfachen Gewändern und in einer kleinen, schlichten Holzkiste bestattet worden. Ein vermeintliches Rittergrab enthielt statt der männlichen Überreste die Knochen von zwei Frauen und drei Kindern und im Grab der Nichte der Königin lagen die Gebeine von neun zu verschiedenen Zeiten bestatteten Menschen, wie das Team berichtet.
Autor
Redaktion
02. Juni 2026
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Geschichte & Archäologie

Die 1292 in Barcelona geborene Adelige Elisenda de Montcada war selbst aus königlichem Geblüt und die Tochter eines königlichen Seneschalls. Mit 30 Jahren wurde sie die vierte Frau des damaligen Königs von Aragon, Jakob II. Dieser auch als Jaime el Justo bekannte König war zu diesem Zeitpunkt schon relativ betagt und starb bereits fünf Jahre später. 1326, kurz vor seinem Tod, hatte Königin Elisenda mit Unterstützung des Königs noch ein Nonnenkloster für den weiblichen Zweig der Franziskaner, die Klarissen, gegründet, die königliche Abtei Santa Maria von Pedralbes in Barcelona.

Erster Blick in mittelalterliche Gräber

Elisenda de Montcada wurde selbst zwar keine Nonne, lebte aber unweit des Klosters und nahm als Laienschwester am klösterlichen Leben teil. Beim Tod der Königin im Jahr 1364 wurde sie in der Abteikirche bestattet. Ihr Grabmal mit Sarkophag zeigt die Tote sowohl als Königin als auch in der Tracht einer Klarissenschwester.

Doch was der Sarkophag dieses Königinnengrabes enthält, zeigt sich erst jetzt: Im Rahmen des 700-jährigen Gründungsjubiläums der königlichen Abtei haben Archäologen unter Leitung der Klosterdirektorin Anna Castellano-Tresserra und des städtischen Archäologen Josep Maria Vila das Grab von Elisenda de Montcada und acht weitere Gräber aus dem 14. Jahrhundert nun erstmals geöffnet und genauer untersucht. Im Rahmen eines multidisziplinären Projekts analysierte das Team die menschlichen Gebeine und ermittelte Alter, Geschlecht und medizinische Auffälligkeiten. Ergänzend untersuchten die Forschenden auch Kleidung und Grabbeigaben der Toten.

Sarg der Königin
Die Gebeine der Königin liegen in einer kleinen, schlichten Holzkiste. © Institut de Cultura de Barcelona

Schlichter Sarg und Nonnenhabit

Dabei zeigte sich: Die Gebeine der bei ihrem Tod schon 70-jährigen Königin Elisenda waren nicht in einem prunkvollen Sarg oder mit reichen Beigaben bestattet. Stattdessen lagen ihre Knochen in einer kleinen, schlichten Holzkiste, die in einer Art Zwischenraum zwischen der Kirche und dem Kloster stand. Nach Angaben der Archäologen könnte dies die duale Stellung der Königin widerspiegeln: In weltlicher Hinsicht war sie eine Herrscherin, in geistlicher Hinsicht aber eine Laienschwester des Klosters und damit eines Ordens, der seine Mitglieder zu Armut und Demut verpflichtete.

Auch die Kleidung der Königin spiegelt dies wider: Elisenda wurde zwar im schlichten Habit der Nonnen bestattet, in ihrem Grab entdeckte das Forschungsteam aber auch Reste eines goldverzierten Seidenstoffs. Insgesamt bestätigen die Untersuchungen aber, dass die im Grabmal liegenden Gebeine tatsächlich die der Königin Elisenda sein müssen.

Frauen und Kinder statt der Gebeine eines Ritters

Anders sieht dies beim Inhalt einiger anderer Gräber aus der Gründungszeit der Abtei Santa Maria von Pedralbes aus: Einen überraschenden Fund machten die Archäologen unter anderem, als sie das Grabmal des aragonesischen Ritters Artal I. de Foces öffneten. Dieser hatte im 14. Jahrhundert auf Befehl des Königs von Aragon Votivgaben zum damaligen Papst gebracht und dafür wertvolle Reliquien erhalten. Doch als das Team um Vila die im Grab des Ritters gefundenen Knochen untersuchte, zeigte sich Unerwartetes. Denn statt von einem einzelnen, erwachsenen Mann stammen die Knochen von zwei erwachsenen Frauen und drei Kindern. Von einer der Frauen war noch das lange, zu einem Pferdeschwanz gebundenen Haar erhalten, wie das Team berichtet. Wer diese Toten waren und warum sie im Grabmal des Ritters liegen, ist noch ungeklärt.

Rittergrab
Grabmal des Ritters Artal I. de Foces. © Institut de Cultura de Barcelona

Als ähnlich unerwartet erwies sich der Inhalt des Grabes von Francesca Saportella, der Nichte von Königin Elisenda und zweiten Äbtissin der königlichen Abtei. In ihrem Grabmal stießen die Archäologen auf die Überreste von mindestens neun verschiedenen Personen, die zu unterschiedlichen Zeiten dort bestattet worden waren. Darunter sind vier männliche Schädel mit deutlichen Spuren von Stichverletzungen sowie der mumifizierte Rumpf einer Frau, die offenbar bei einer Frühgeburt gestorben war: In ihrem Geburtskanal steckten noch die Überreste eines 20 bis 23 Wochen alten Fötus.

Wer waren diese Menschen?

Wer all diese Personen waren, ob und wie sie miteinander verwandt waren und in welcher Beziehung sie zum Kloster standen, hoffen die Forschenden nun mithilfe von DNA- und Isotopen-Analysen zu ermitteln. Proben von Knochenmaterial und Zähnen haben sie bereits entnommen, die Laboranalysen laufen. „Die endgültigen Ergebnisse unserer Untersuchungen sollten es ermöglichen, zentrale Fragen zur Identität der Individuen, zur Wiederverwendung von Gräbern, zu Bestattungsritualen und zu den inneren Dynamiken dieses Klosters als einem Zentrum weiblicher Macht im 14. Jahrhundert zu klären“, heißt es in der Mitteilung des Kulturinstituts von Barcelona.

Quelle: Institut de Cultura de Barcelona

Mehr aus Geschichte & Archäologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.

Alle Geschichte & Archäologie-Artikel
Schwäbische Alb: 40.000 Jahre alte Vogelfiguren entdeckt
Geschichte & Archäologie

Schwäbische Alb: 40.000 Jahre alte Vogelfiguren entdeckt

30. Juli 2026

Archäologen haben in der Hohle-Fels-Höhle zwei kleine, aber filigran ausgearbeitete Vogelfiguren aus Mammutelfenbein entdeckt. SIe sind rund 40.000 Jahre alt.

Fußspuren zeigen: Paranthropus war größer als gedacht
Geschichte & Archäologie

Fußspuren zeigen: Paranthropus war größer als gedacht

28. Juli 2026

Bisher galt der Vormensch Paranthropus boisei als ein kleinerer, primitiverer Zeitgenosse des Homo erectus. Doch in Kenia entdeckte Fußspuren widerlegen dies.

Die Krieger des Mahdi
DAMALS PlusGeschichte & Archäologie

Die Krieger des Mahdi

27. Juli 2026

Am Ende des 19. Jahrhunderts erhoben sich sudanesische Kämpfer gegen die ägyptische Fremdherrschaft in ihrem Land. Sie waren Anhänger des islamischen Führers…

Halle: Silbermünzen-Hort aus der römischen Republik gefunden
Geschichte & Archäologie

Halle: Silbermünzen-Hort aus der römischen Republik gefunden

23. Juli 2026

Silbermünzen aus der Zeit der römischen Republik sind in Mitteldeutschland rar. Umso spannender ist ein Hortfund von fünf Silberdenaren aus jener Zeit in Halle…

← Zurück zu Geschichte & ArchäologieZur Startseite