Talent, Ehrgeiz und gute Verbindungen brachten ihn zunächst in den Umkreis des kaiserlichen Hofes. Als Agrippina für ihren Sohn Nero einen Rhetoriklehrer suchte, nutzte Seneca die Chance. Die ersten fünf Jahre von Neros Herrschaft, als Seneca zusammen mit dem Prätorianerpräfekten Burrus faktisch die Geschäfte des Reiches führte, gelten manchen noch heute als eine Phase guter Regierung. Doch in einem so hochgradig anstrengenden System, das strukturell eine Differenz von Schein und Sein voraussetzte, auch noch den jugendlichen Herrscher zu lenken, ähnelte dem Ritt auf einem Rasiermesser.





