Tahiti oder Mexiko sind meine Ziele. Griechenland oder Tibet könnten es aber auch sein. … Es wird noch so kommen. Du wirst ja sehen!!!“ Dies schrieb die 15-jährige Cato Bontjes van Beek aus Fischerhude im November 1935 an ihren Vater in Berlin. Keines dieser Länder hat das lebenslustige junge Mädchen je gesehen. Sie starb mit 22 Jahren auf dem Schafott, weil sie sich entschlossen hatte, gegen das NS-Regime Widerstand zu leisten.
Ursprünglich deutete nichts darauf hin, dass ihr dieses Schicksal bevorstand. Sie wurde am 14. November 1920 in einen beeindruckenden Künstlerkosmos hineingeboren. Schon ihr Großvater Heinrich Breling (1849 –1914) war ein begabter Zeichner, der es schließlich bis zum Hofmaler König Ludwigs II. in München brachte. Gegen Ende seines Lebens kehrte er in seinen Heimatort, das kleine Künstlerdorf Fischerhude bei Bremen, zurück. Seine Tochter Louise, eine ausgebildete Konzert- und Opernsängerin, wurde nach dem Tod von Paula Modersohn-Becker die dritte Ehefrau Otto Modersohns.
Die älteste der sechs Breling-Töchter, Amelie, war Bildhauerin und Malerin, Josephine wurde Komponistin, die jüngste, Catos Mutter Olga, war in den 1920er Jahren eine bekannte expressionistische Tänzerin. Später wurde auch sie Malerin. Sie war in ihrer Jugend von dem Bildhauer Bernd Hoetger in Worpswede, der nur wenige Kilometer von Fischerhude entfernten Künstlerkolonie im Teufelsmoor, gefördert worden. Seine Skulptur auf dem Grab von Paula Modersohn-Becker trägt Olgas Züge. …
Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 5/2015.
Dr. Frauke Geyken





