Es war eine unglaubliche Geschichte, die sich 1836 ereignete: Zwei Dampfschiffe wurden in ihre Einzelteile zerlegt, von Liverpool aus verschifft, auf dem Landweg zum Oberlauf des Euphrat gebracht und schließlich dort wieder zusammengesetzt. Die Reise fand ihre Fortsetzung auf dem Euphrat, sollte durch den Persischen Golf bis nach Indien führen. Die tollkühne Expedition mit dem Ziel der Erschließung des Euphrat, ja der Verkürzung des Seewegs nach Indien, hatte sich Thomas Love Peacock, Literat und Mitarbeiter der „East India Company“, ausgedacht. Das Unternehmen stand unter der Leitung des zähen und cholerischen Iren Francis Rawdon Chesney; begleitet wurde er von einem deutschen Arzt und dessen in Männerkleider gewandeter Frau Pauline. Wie nach hochgemutem Beginn die Fahrt immer anstrengender und gefahrvoller wurde, wie sich die Spannungen zwischen den Passagieren verschärften und wie sich schließlich durch den katastrophalen Untergang des einen Dampfschiffs mit sämtlichen Ersatzteilen die Lage zuspitzte, das beschreibt Ursula Naumann so präzise wie unterhaltsam. Die vielen Zitate lassen dieses lesenswerte Reiseabenteuer besonders anschaulich werden.
Rezension: Talkenberger, Heike





