Die Tatsache, ob man katholisch oder protestantisch war, bestimmte noch vor wenigen Jahrzehnten, wen man heiratete, wie man arbeitete, welche Vorstellungen man von Leben und Tod hatte oder wie man Leiden und Schmerz verarbeitete. Maurer setzt bei der Reformation des 16. Jahrhunderts an und schildert die Entstehung der Konfessionen sowie die Herausbildung eines protestantischen Habitus’ bzw. einer katholischen Identität, wie sie sich im evangelischen Pfarrhaus, im Umgang mit den Heiligen, mit Musik oder der Ausgestaltung von Kirchenräumen zeigen. Er beschreibt Toleranz bzw. Intoleranz im Umgang der Konfessionen miteinander und reflektiert kritisch eine „protestantische Kulturhegemonie“ seit der Aufklärung.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Michael Maurer
Konfessionskulturen
Die Europäer als Protestanten und Katholiken
Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2019, 415 Seiten, € 49,90





