Das erste Jahrtausend v. Chr. war ein Zeitalter der Expansion: Im Mittelmeerraum erblühten Handel und Kultur und antike Großmächte breiteten sich aus. Besonders galt das für die Griechen sowie für die ursprünglich aus der Levante stammenden Phönizier: Beide Völker gründeten zahlreiche Küstenhandelsposten und Kolonien im westlichen Mittelmeergebiet. Viele der griechischen Siedlungen entwickelten sich dort zu bedeutenden Stadtstaaten und im Fall der Phönizier entstand eine neue Hauptstadt: Karthago. Es erscheint kaum verwunderlich, dass die beiden Mächte schließlich begannen, um die wirtschaftliche und territoriale Vorherrschaft im Mittelmeerraum zu ringen. Im 5. Jahrhundert v. Chr. führte dies zu militärischen Auseinandersetzungen um die strategisch wichtige Insel Sizilien.
Zwei Schlachten im Visier
Antike Historiker berichten dabei von zwei bedeutenden Schlachten um die griechische Stadt Himera an der Nordküste der Insel. Mit militärischer Unterstützung der beiden weiteren griechischen Städte Syrakus und Agrigento konnten die Streitkräfte Himeras demnach ein Invasionsheer der Karthager im Jahr 480 v. Chr. vernichtend schlagen. Diese schmachvolle Niederlage hielt die Angreifer anschließend für Jahrzehnte von Sizilien fern und die griechischen Kolonien konnten erblühen. Doch im Jahre 409 v. Chr. folgte dann die brutale Rache: Bei einem erneuten Angriff der Karthager gab es keine Unterstützung griechischer Verbündeter und so konnte sich Himera nicht lange verteidigen. Die Stadt wurde schließlich völlig zerstört und nicht mehr wieder aufgebaut.
Bereits seit einiger Zeit führen Archäologen Ausgrabungen in den Überresten Himeras durch. Dabei stießen sie auf mehrere Massengräber mit Skeletten junger Männer mit Kampfverletzungen, die als gefallene Soldaten der Schlachten des 5. Jahrhunderts interpretiert wurden. Bestimmte Massengräber mit auffallend geordneten Strukturen gelten dabei als die Ruhestätten der Gefallenen der siegreichen Schlacht von 480 v. Chr.. Ein größeres Massengrab mit dicht gedrängten Toten wird hingegen den Opfern der Schlacht von 409 v. Chr. zugeschrieben, die vor der Niederlage der Stadt hastig begraben worden waren. In der aktuellen Studie hat das Team um Laurie Reitsema von der University of Georgia in Athens aus den Gebeinen einiger der Toten aus den Massengräbern DNA gewonnen und analysiert. Die genetischen Signaturen konnten sie dann mit denen von anderen antiken Bewohnern Himeras sowie ganz Siziliens vergleichen und auch mit genetischen Daten weiterer Bevölkerungsgruppen in Europa.





