Wer weiß schon, wie der höchste Berg der Welt seinen Namen bekam? Der britische Colonel George Everest ist der Namenspatron, selbst Teilnehmer und später Leiter der großen Vermessungsaktion, die Anfang des 19. Jahrhunderts unternommen, sichtbarer Ausdruck der neugewonnennen Macht der Briten auf dem indischen Subkontinent war. Der eigentliche Schöpfer des “großen indischen Meridionalbogens”, der sich wie eine Wirbelsäule 2500 km von Nord nach Süd durch den Subkontinent zieht, war jedoch nicht Everest, sondern der heute völlig vergessene William Lambton, dem endlich in John Keays glänzend geschriebenem Buch “Expedition Great Arc” eine historische Würdigung zuteil wird. Hautnah erleben die Leser die Gefahren und Beschwernisse dieses wissenschaftlichen Abenteuers, das so manches Menschenleben kostete, mit. So packend dies alles zu lesen ist, ein Manko kann man nicht übersehen: dem eigenen Anspruch auf eine Analyse der politischen und wirtschaftlichen Aspekte des Mammutunternehmens wird der Autor leider nicht gerecht.
Rezension: Talkenberger, Heike





