Wollen wir gemeinsam Silvester feiern? Mit dieser Frage werden die meisten eine Feier im Freundeskreis zum Jahreswechsels verbinden. Die wenigsten werden an diesem Tag jedoch wirklich “Silvester” feiern, den Mann nämlich, dem die Feier ihren Namen verdankt. Der 31. Dezember ist der heilige Tag des Papstes Silvester I. (314 – 335 n. Chr.), um den die Geschichte zahlreiche Legenden gesponnen hat. Die bekannteste ist die sogenannte Silvesterlegende. Sie entstand wohl im 5. Jahrhundert n. Chr. und rückte Silvester in die Nähe von Kaiser Konstantin. Der Kirchenmann soll es gewesen sein, der den späteren Kaiser in jungen Jahren zum Christentum bekehrte und ihn taufte. Tatsächlich war es Konstantin, der das Christentum als Religion anerkannte, doch Silvesters Beteiligung ist wohl in das Reich der Fabel zu verweisen. Die Legende blieb jedoch bestehen, zumal sie zur Grundlage einer handfesten Fälschung werden sollte: der Konstantinischen Schenkung. Dieses um 760 n. Chr. entstandene Dokument konstruierte aus dem angeblich so guten Verhältnis zwischen Papst und Kaiser erhebliche Privilegien für die römische Kirche. So sind Erfindung und Fälschung mit Silvesters Namen verbunden, nur eines ist sicher wahr: Er ist es gewesen, der als erster kirchlicher Würdenträger in den schriftlichen Quellen als “Papst” bezeichnet wurde.





