Das überwiegend chronologisch strukturierte Werk bietet einen umfassenden und fundierten Überblick über die Geschichte der FIFA, die sich innerhalb von 100 Jahren von der Idee weniger Individualisten zu einem weltweit operierenden Unternehmen mit beträchtlicher Entscheidungsgewalt entwickelte. Die vier Historiker haben die Archive der FIFA sowie weiterer Verbände und Konföderationen ausgewertet, um die Entwicklung des Fußballs und der wichtigsten Akteure der “Fédération Internationale de Football Association” nachzuvollziehen und darüber hinaus Parallelen zu den globalen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen aufzuzeigen. Dabei wurden auch ansonsten weniger beachtete Themen wie Spielregeln/Schiedsrichterwesen, Frauen- bzw. Jugendfußball und Fußball in bildender Kunst, Literatur und Film in Augenschein genommen. Die Schwierigkeit, nationale Unterschiede zwischen den Fußballkulturen herauszuarbeiten, wurde mit dem nötigen Fingerspitzengefühl angegangen. Undeutlich bleibt die Gliederung für die Struktur des Werkes, denn die Kapitelüberschriften lassen aufgrund ihrer schwammigen Wortwahl oftmals über ihren Inhalt nur Vermutungen zu (Beispiel: Kapitel 8: Fußball – eine universelle Sprache?). Darüber hinaus hätten auch kritische Töne zum Führungsstil des FIFA-Präsidenten Josef S. Blatter, speziell hinsichtlich der letzten Präsidentenwahlen, dem Buch nicht geschadet. Insgesamt trägt die großartige und detailgenaue Bebilderung entscheidend dazu bei, das Werk als gelungen anzusehen.
Rezension: Potschka, Jens





