Finnland gilt vielen als Land der Wälder und Seen, geographisch wie politisch nah an der ehemaligen Sowjetunion. Daß das Land und seine Geschichte noch viel mehr zu bieten haben, zeigt Ingrid Bohn mit der ersten ausführlichen Geschichte Finnlands in deutscher Sprache. Die Autorin beleuchtet in ihrem lesenswerten Buch neben den politischen auch wirtschaftliche, kulturelle und soziale Aspekte. Dabei müssen natürlich Schwerpunkte gesetzt werden, dennoch erstaunt, daß der Zweite Weltkrieg auf nur acht Seiten Platz findet. Ausführlich behandelt Bohn die Entwicklung des Landes seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, die anfangs immer auch Teil der schwedischen Geschichte war. Die Eroberung durch Zar Alexander I. machte Finnland zum russischen Großfürstentum. Wie die Autorin zeigt, ermöglichte gerade dieser Umstand den Finnen die Entwicklung einer eigenen nationalen Identität. Erfreulicherweise kommt auch die Zeit von 1945 bis zum EU-Beitritt Finnlands in der Darstellung nicht zu kurz.