von Christoph Nonn
Die Aachener Bürger waren schon im Vorfeld misstrauisch: Der Kohlenrauch werde „die Luft verderben“, meinten einige. Weil bei Fabrikant Kelleter die stark schwefelhaltige Fettkohle aus dem benachbarten Eschweiler Revier verfeuert wurde, erweckte nach Inbetriebnahme der Dampfmaschine der Kohlenrauch tatsächlich viel Unmut. Denn deren Rauch, klagten die Anwohner, „verpestet nicht nur die ganze Nachbarschaft und incommodiert jedermann, sondern verdirbt auch alle in unseren Gärten und so weiter zu trocknende Leinwand“. Einige Jahrzehnte später hatte man sich an die inzwischen allgegenwärtigen Dampfmaschinen offenbar gewöhnt. Deren Emissionen erschienen schon geradezu harmlos gegenüber denen der immer größer werdenden chemischen Fabriken und Montanbetrieben. Statt Sicherheitsbedürfnissen und Beschwerden über schmutzige Wäsche gerieten nun zunehmend Umweltschäden an Menschen, insbesondere aber Tieren und Pflanzen in den Vordergrund. Im Aachen benachbarten Stolberg siedelten sich Mitte der 1830er Jahre große Zink- und Bleihütten an. Deren Bedarf an Rohmaterial wurde zunehmend mit schwefelhaltigem Erz gedeckt.





