Nicht erst seit der Diskussion um Waldsterben und sauren Regen ist der Wald als lebensnotwendige Ressource der Gesellschaft im öffentlichen Bewußtsein verankert. Wie sich die Größe und Beschaffenheit der Waldfläche im Laufe der Jahrhunderte verändert, wie das Waldeigentum geregelt und die Waldwirtschaft betrieben wurden und wie sich Forstgesetzgebung, -verwaltung und –wissenschaft entwickelt haben, das alles erfährt man in einem jetzt wieder aufgelegten Standardwerk zur Forstgeschichte. Ekkehard Schwartz von der Fachhochschule Eberswalde hat das schon des längeren vergriffene Lehrbuch des Göttinger Professors Karl Hasel auf einen aktuellen Stand gebracht. Von Rodung und Siedlung über Einforstung, Reichswald und landesherrlichem Forstbesitz zu Staatswald und Bodenreform – die Entwicklung etwa des Waldeigentums liest sich wie ein Schnelldurchgang durch die politische Geschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, während der wirtschaftliche Wandel von der Subsistenzwirtschaft zur Industriegesellschaft an der Waldnutzungsgeschichte ablesbar wird.
Rezension: Talkenberger, Heike





