Während der Steinzeit kamen Neandertaler in weiten Teilen Europas und Asiens vor, von Sibirien bis Westeuropa. Auch auf der Iberischen Halbinsel lebten Neandertaler, wie verschiedene archäologische Spuren aus Spanien und Portugal belegen. Demnach wohnten diese Frühmenschen überwiegend in kleinen, familiären Gruppen in Höhlen und Camps an den Küsten. Dort fanden sie bis zur letzten Eiszeit ein vergleichsweise mildes Klima und viel Nahrung vor. Der Süden der Halbinsel, der äußerste Südwesten Europas, gilt daher als letztes Verbreitungsgebiet der Neandertaler, bevor sie vor etwa 40.000 Jahren ausstarben.

Seltene Neandertaler-Fußspuren aus Portugal
Wie ihr Leben am Atlantik aussah, haben nun Forschende um Carlos Neto de Carvalho von der Universität Lissabon anhand von neuen Funden rekonstruiert: An zwei steilen Abschnitten an der Algarve-Küste entdeckten sie fossile Fußabdrücke auf Felsen am Strand – bei Monte Clérigo und bei Telheiro. Die Abdrücke befanden sich einst in nassen und weichen Sandablagerungen oder Sedimentgestein, wurden dort durch Verkalkung versteinert und so konserviert, wie das Team erklärt. Durch Erosion und weil der Meeresspiegel seither deutlich gestiegen ist, sind solche Fußspuren heute nur noch selten erhalten oder auffindbar. Die Spuren in Portugal wurden wahrscheinlich durch Sandlawinen verschüttet und so vor Erosion bewahrt.

Die fossilen Fußabdrücke in den beiden ehemaligen Küstendünen sind etwa 78.000 Jahre und 82.000 Jahre alt. Zu dieser Zeit waren die Neandertaler die einzigen Vertreter der Gattung Homo, die auf der Iberischen Halbinsel lebten. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Fußabdrücke von diesen Frühmenschen stammen.






