Bekannt ist inzwischen, welche große Bedeutung Frauen für die Ausbreitung der Reformation besaßen. Besonders gut erforscht ist der Beitrag von Fürstinnen wie Elisabeth von Calenberg oder Elisabeth von Rochlitz (vgl. DAMALS 5-2015, Seite 35) und der von Flugschriftenautorinnen wie Argula von Grumbach. Ein Tagungsband erschließt die neuen Handlungsspielräume, die sich für Frauen ergeben konnten, gerade in der Frühzeit der Reformation, zeigt aber auch, in welchen Rollenmustern sich Frauen durch die lutherische Ehekonzeption bewegten. In einen tiefen Konflikt gestürzt sahen sich Nonnen, die zu entscheiden hatten: „Fliehen oder bleiben?“, wenn sie reformatorisch gesinnt waren, ihre Klöster aber noch bestanden.