Am 21. Januar 1919 sollten zwei Polizisten der Royal Irish Constabulary (RIC) 80 Kilogramm Plastiksprengstoff aus der Armeekaserne von Tipperary zum nahegelegenen Steinbruch von Soloheadbeg bringen. Unterwegs gerieten sie in einen Hinterhalt: Acht bewaffnete Männer stellten sich ihnen in den Weg. Als einer der Polizisten zu seinem Gewehr griff, eröffneten die Angreifer das Feuer. Beide Polizisten starben, der Sprengstoff wurde erbeutet. Schnell war klar, dass es sich bei den Angreifern um Mitglieder der Irish Volunteers handeln musste, einer Art Freischärler-Korps, das auch unter der Bezeichnung Irish Republican Army (IRA) bekannt war.
Die Kommandeure der Irish Volunteers hatten den Überfall nicht befohlen. Dennoch machten sie sich die Tat zu eigen, indem sie betonten, dass mit dem erstmaligen Zusammentreten der von London unabhängigen Volksversammlung (Dáil Éireann) – just am Tag des Überfalls – britische Soldaten nun als Feinde betrachtet würden. So markierte die in der Rückschau zufällige Gleichzeitigkeit dieser beiden Ereignisse den Beginn des irischen Unabhängigkeitskriegs.





