Stepan Bandera: Freiheitsheld oder Faschist? - wissenschaft.de | DAMALS
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Freiheitsheld oder Faschist?
Die ukrainischen Nationalisten sind aufgrund ihrer zeitweiligen Kooperation mit dem NS-Regime bis heute umstritten. Die Biographie ihres Anführers Stepan Bandera zeigt, wie komplex die politische Lage in den 1930er und 1940er Jahren in der Ukraine war.
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Stepan Bandera – allein der Name weckt heftige Emotionen, kaum eine andere Person der ukrainischen Geschichte wird so kontrovers diskutiert. Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin ist Bandera (und sind die mit ihm verbundenen „Banderisten“) der Inbegriff des „ukrainischen Faschismus“ und „Neonazismus“. Diese Sicht diente als eine der Rechtfertigungen für die im Februar 2022 begonnene Großinvasion. Putin geht inzwischen so weit, die Wehrmacht und sogar die SS zu entlasten und stattdessen ukrainische Nationalisten für den Holocaust in der Ukraine verantwortlich zu machen.
Auf der anderen Seite gibt es in Teilen der ukrainischen Gesellschaft einen Heldenkult um Bandera, wobei seine politische Ideologie und die Verbrechen seiner Bewegung im Zweiten Weltkrieg weitgehend ausgeklammert werden.
Eine ausgewogene Auseinandersetzung mit der Person Stepan Bandera ist unter diesen Voraussetzungen schwierig, aber sie ist notwendig.
Geprägt von der gescheiterten Gründung eines eigenständigen Nationalstaats
Bandera wurde 1909 im Dorf Staryj Uhryniw westlich des heutigen Iwano-Frankiwsk (in der historischen Landschaft Galizien) geboren. Wie viele spätere Mitglieder der ukrainischen nationalen Elite war er der Sohn eines unierten oder „griechisch-katholischen“ Priesters. Diese Kirche war 1596 in der „Union von Brest“ mit dem Ziel entstanden, die orthodoxen Gläubigen der östlichen Grenzgebiete in den polnisch-litauischen Staat zu integrieren. Sie folgt dem orthodoxen Ritus, erkennt aber den Papst als Oberhaupt an.
So wuchs der junge Bandera in einem Umfeld auf, das orthodoxen Glauben mit westlichen Ideen verband. Besonders prägend für sein späteres politisches Wirken war das Scheitern der ukrainischen Nationalstaatsbildung nach dem Ersten Weltkrieg. Zwar hatte die „Zentrale Rada“ in Kiew (ukrainisch: Kyjiw) als Reaktion auf den Umsturz der Bolschewiki in Petrograd (heute St. Petersburg) bereits am 20. November 1917 die Unabhängigkeit der Ukraine proklamiert, doch konnte sie diese langfristig nicht durchsetzen.
Das Land stand zunächst unter dem Einfluss der Mittelmächte (Deutschland und Österreich-Ungarn), die vor allem an der Ausbeutung der ukrainischen Getreideproduktion interessiert waren. Nach dem offiziellen Ende des Ersten Weltkriegs am 11. November 1918 geriet die Ukraine schließlich zwischen die Fronten des russischen Bürgerkrieges und stand mal unter der Kontrolle der „roten“ Bolschewiki, mal unter der ihrer „weißen“ Gegner.
In der Westukraine begann zudem ein Krieg zwischen der polnischen Armee und ukrainischen Milizen. Zwar bildete sich mit der „Westukrainischen Volksrepublik“ in Ostgalizien vorübergehend eine ukrainische Staatlichkeit, doch nach der militärischen Niederlage gegen Polen verschwand diese wieder. Als die Invasion Polens durch die Rote Armee im Sommer 1920 vor Warschau scheiterte, teilten Polen und Sowjetrussland im März 1921 durch den „Frieden von Riga“ die Ukraine untereinander auf, und Banderas westukrainische Heimat wurde Teil des polnischen Staates.
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Während seines Studiums an der Polytechnischen Hochschule in Lwiw (deutsch: Lemberg / polnisch: Lwów) schloss sich Bandera der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) an, die 1929 im Wiener Exil begründet wurde. Diese war keine politische Partei, die bei Wahlen antrat, sondern eine Untergrundorganisation im Widerstand mit dem Ziel, die ukrainische Unabhängigkeit auch mit Gewalt durchzusetzen.
Damit stand sie im Gegensatz zur Mehrheit der ukrainischen Parteien Polens, die sich unter dem Dach der „Ukrainisch National-Demokratischen Allianz“ (UNDO) versammelten, um sich mit legalen Mitteln für die ukrainische Bevölkerung einzusetzen. Statt die Rechte der Ukrainer im polnischen Parlament (Sejm) zu vertreten, setzte die OUN auf Terror gegen polnische Beamte und Militärs, aber auch gegen ukrainische „Kollaborateure“.
Zu den Ideengebern der OUN gehörten rechtsextreme Intellektuelle wie der Jurist Dmytro Doncow (1883–1973), der bereits zwischen 1923 und 1926 zentrale Thesen des radikalen ukrainischen Nationalismus formulierte: So forderte er einen ethnisch homogenen Nationalstaat, die Unterordnung des Individuums unter das nationale „Kollektiv“ und die Beseitigung der liberal-demokratischen parlamentarischen Demokratie. Seine Vorbilder waren zunächst Mussolinis Italien, später Hitlers Deutschland und Francos Spanien.
Die zahlreichen Krisen der liberalen Demokratie in den 1920er Jahren, die durch die Weltwirtschaftskrise 1929 noch verstärkt wurden, ließen den ukrainischen Nationalisten den autoritären und illiberalen Nationalismus als das System der Zukunft erscheinen. Schon als Student stieg Bandera, der die große Vielfalt der Sprachen, Konfessionen und nationalen Zugehörigkeiten der Ukraine für das Scheitern der Staatsgründung verantwortlich machte, schnell in der Organisation auf.
Im Alter von 25 Jahren wird Bandera in Polen zum Tod verurteilt
Doch seiner politischen Karriere drohte im Alter von nur 25 Jahren ein schnelles Ende, als er 1934 nach dem Attentat der OUN auf den polnischen Innenminister Bronisław Pieracki verhaftet und zunächst zum Tod, dann zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. In einem polnischen Hochsicherheitsgefängnis begründete Bandera seinen Mythos als Märtyrer der ukrainischen Sache und steigerte sein Ansehen unter den Nationalisten.
Der Überfall Deutschlands auf Polen am 1. September 1939, dem sich zwei Wochen später auch die Sowjetunion anschloss, brachte Bandera die Freiheit. Die Westukraine wurde Teil der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik (UkrSSR), wie es im Abkommen des sogenannten Hitler-Stalin-Pakts vereinbart worden war. Bandera konnte jedoch nur kurz in seine Heimat zurückkehren, da Stalins Geheimdienst NKWD begann, ukrainische Nationalisten zu verfolgen. Bandera floh in das von den Deutschen besetzte Krakau, nachdem sein Vater Andrij vom NKWD verhaftet und kurz nach Beginn der deutschen Invasion hingerichtet worden war.
Die UkrSSR war 1922 als Bestandteil der Sowjetunion gebildet worden. Da Lenin mit der Politik der „Korenisazija“ (Einwurzelung) die kommunistische Ideologie mit Hilfe lokaler Eliten implementieren wollte, blühten ukrainische Literatur, Kultur und Sprache in der UkrSSR vorübergehend auf. Dies änderte sich mit der endgültigen Machtergreifung Stalins im Jahr 1929, der – trotz seiner eigenen georgischen Herkunft – eine Politik der Russifizierung verfolgte.
Ukrainische Kulturschaffende, die sich der Dominanz russischer Kultur widersetzten, wurden als vermeintliche „Faschisten“ verhaftet und ermordet. Schließlich ordnete Stalin die Kollektivierung der ukrainischen Landwirtschaft und eine forcierte Industrialisierung an, welche auch die dörfliche ukrainische Kultur beseitigen und den – von russischer Hochkultur dominierten – „neuen Sowjetmenschen“ schaffen sollte.
Da Stalin zum Aufbau der Industrie in den Kohle- und Eisengebieten im Donbass Investitionen benötigte, verkaufte die Sowjetunion ukrainische Agrarprodukte in den Westen. In der Ukraine brach als Folge von Stalins Politik eine Hungersnot aus, die etwa vier Millionen Menschen das Leben kostete. Heute spricht man in der Ukraine in diesem Zusammenhang vom „Holodomor“ (Genozid durch Hunger).
Das Ziel ist die Befreiung vom Stalinismus
Nach der Auflösung des polnischen Staates wandelte sich die Zielsetzung der OUN, die nun die gesamte Ukraine von Stalin und dem Kommunismus befreien wollte. 1940 spaltete sich die Bewegung jedoch: in die sogenannte OUN-M unter Andrij Melnyk (1890 –1964), die einen moderateren Kurs vertrat, und die radikalere Fraktion der OUN-B unter Bandera. Beide Gruppierungen verlangten die Unabhängigkeit der Ukraine, jedoch schwebte Bandera dabei ein enges Bündnis mit NS-Deutschland vor.
Die Chance dazu schien sich im Juni 1941 zu ergeben, als Hitler den „Fall Barbarossa“ und die Invasion der Sowjetunion ausrief. Banderas Anhänger verübten zu Beginn des Krieges ein brutales Pogrom in Lwiw, bei dem mehrere tausend jüdische Einwohner, aber auch zahlreiche polnische Intellektuelle ermordet wurden.
Die OUN betrachtete die Juden als Träger vermeintlich „judeo-marxistischer“ Ideen und damit als Verbündete der sowjetischen Kommunisten. Die Deutschen steigerten den bereits vorhandenen Antisemitismus zum Massenmord. Vor dem Abzug aus Lwiw ließ Stalins Geheimdienst noch Tausende ukrainische Gefangene ermorden, wofür sich die OUN an den (daran völlig unbeteiligten) Juden „rächte“.
Die OUN-B erhoffte von den Deutschen einen eigenen Staat und verfasste am 30. Juni 1941 eine Unabhängigkeitserklärung, die sie an faschistische Verbündete in Italien, Spanien und Kroatien versandte. Doch in der „Rassenideologie“ der Deutschen war dafür kein Platz: Obwohl der „Reichsminister für die besetzten Ostgebiete“, Alfred Rosenberg (1893–1946), eine Kooperation mit Ukrainern und Belarussen befürwortete, lehnte Hitler dies ab.
Bandera und die Führung beider Fraktionen der OUN wurden verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gesperrt, wo sie als „Prominente“ privilegierte Haftbedingungen genossen. Dennoch meldeten sich viele ukrainische Nationalisten als Freiwillige für die SS-Divisionen „Nachtigall“ und „Roland“, um gegen die Sowjets zu kämpfen.
Hitler setzte Erich Koch (1896–1986) als Gauleiter des „Reichskommissariats Ukraine“ ein. Koch sah die Menschen in der Ukraine lediglich als Arbeitssklaven für das Reich und ließ die jüdische Bevölkerung gnadenlos verfolgen und ermorden. Soldaten der Wehrmacht und die „Einsatzgruppen“ verübten etwa in der Schlucht Babyn Jar ein Massaker an der jüdischen Bevölkerung Kiews, bei dem etwa 33 000 Menschen ermordet wurden.
Ukrainische Kollaborateure halfen den Deutschen vor allem bei der Identifizierung und Verhaftung von Juden. Es gab jedoch auch viele Fälle, in denen Ukrainer ihren jüdischen Nachbarn, trotz Lebensgefahr, halfen – die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zählt heute 2659 „Gerechte unter den Völkern“ aus der Ukraine.
Ethnische Säuberungen im Grenzgebiet zu Polen
Die Haltung der Deutschen gegenüber den ukrainischen Nationalisten änderte sich erst, als der „Blitzkrieg“ gegen die Sowjetunion im Winter 1941/42 vor Moskau scheiterte. In der Westukraine duldeten sie im Oktober 1942 die Gründung der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) als bewaffneten Arm der OUN. Die Deutschen rüsteten die UPA auf, die zeitweise gemeinsam mit der Wehrmacht gegen die Rote Armee kämpfte.
Doch bereits 1943 verlagerte sich der Kampf der UPA auf die westukrainischen Territorien Ostgalizien und Wolhynien, die bis 1939 zu Polen gehörten. Dort brachen erbitterte Kämpfe zwischen der UPA und der polnischen Heimatarmee (AK) aus. In der Region, die durch Berge und Sümpfe schwer zugänglich war, fand ein „Krieg im Krieg“ statt, wobei es zu ethnischen Säuberungen kam. Es starben etwa 90 000 polnische Zivilisten infolge von Massakern durch die UPA, während etwa 20 000 Ukrainer bei Vergeltungsaktionen der AK starben.
Bis heute sind diese Ereignisse, die Polen als „Genozid“ betrachtet, zwischen Warschau und Kiew umstritten. Zwar setzte sich die Bezeichnung der „Banderisten“ für die Kämpfer der UPA durch, doch Stepan Bandera selbst war noch immer in Sachsenhausen inhaftiert und an den Massakern nicht beteiligt – wobei seine Ideen „ethnischer Homogenisierung“ der Ukraine den Kämpfern der UPA als Motivation dienten.
1943 kam es zum Bruch zwischen der UPA und den Deutschen: Die Deportation zahlreicher Ukrainer zur Zwangsarbeit ins „Reich“ verärgerte die ukrainischen Nationalisten, die ihre Waffen nun auch gegen die Wehrmacht richteten. Gleichzeitig stellte die SS neue „Freiwilligenbataillone“ aus ukrainischen Kriegsgefangenen auf, die sie gegen die vorrückende Rote Armee einsetzen wollte – so etwa die SS-Division „Galizien“ unter dem Kommando von Otto Wächter (1901–1949). Als „Trawniki“ rekrutierte die SS in der Ukraine auch Wachmannschaften für die deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager.
Im September 1944 entließen die Deutschen Bandera und boten ihm an, mit der „Russischen Befreiungsarmee“ unter Andrei Wlassow gegen Stalin zu kämpfen – was Bandera im Namen der UPA ablehnte.
In den Wirren des Kriegsendes ging er an den Gründungsort der OUN, nach Wien, wo er sich von Hitlers „Drittem Reich“ und dem Mord an Juden und Polen distanzierte, ohne jedoch seine grundsätzlichen politischen Ziele zu ändern.
Vielen Angehörigen der UPA, aber auch der ukrainischen Freiwilligenverbände der SS, gelang nach 1945 die Flucht in den Westen, wo sie im beginnenden Kalten Krieg als „antikommunistische Kämpfer“ Unterschlupf fanden.
Eine Aufarbeitung der Verbrechen an Juden, Polen und anderen Gruppen fand nicht statt, stattdessen versuchten die ukrainischen Nationalisten im Exil, ihre Rolle während des Krieges zu beschönigen und zu rechtfertigen. Bandera selbst lebte unter falschem Namen in der Bundesrepublik, wo er weiterhin für die OUN aktiv war.
Unterdessen kämpften einzelne Einheiten der OUN bis in die 1950er Jahre gegen die Sowjets und gegen die Armee des kommunistischen Polen. Bei „Vergeltungsaktionen“ ermordeten die kommunistischen Truppen zahlreiche ukrainische Zivilisten – was der Beliebtheit der neuen Machthaber in der Westukraine weiter schadete und der OUN zum Mythos des „Widerstands“ verhalf. Bandera selbst starb am 15. Oktober 1959 im Exil – vor seiner Münchner Wohnung ermordete ihn ein Attentäter des sowjetischen Geheimdiensts.
Die sowjetische Populärkultur dämonisiert die „Banderisten“
Der „Mythos“ Bandera entwickelte sich erst in den Jahrzehnten nach dem Krieg. Im sowjetischen Heldenkult des „Großen Vaterländischen Krieges“ war kein Platz für Zwischentöne – wer nicht auf Seiten der Roten Armee kämpfte, galt als Verräter. Die „Banderisten“ wurden zum Sinnbild des unmenschlichen und barbarischen Feindes und der „Faschisten“.
In der sowjetischen Populärkultur – etwa in den Romanen von Julian Semjonow (1931 –1993), dessen Helden oft Offiziere des Geheimdienstes KGB waren – erschienen die „Banderisten“ als Sinnbild des Bösen. Mit diesen Geschichten wuchs unter anderem der junge Wladimir Putin auf, und sie scheinen sein Weltbild bis heute zu prägen.
Ironischerweise steigerte gerade die Dämonisierung Banderas durch die Kommunistische Partei seine Popularität nach der Unabhängigkeit der Ukraine. Mit dem Zerfall der Sowjetunion begann in der Ukraine die Suche nach neuen Heldenfiguren. Bandera, der sich zuerst den Polen, dann den Sowjets und schließlich den Deutschen verweigert hatte, erschien nun als perfekter Märtyrer. Diese Verehrung, die vor allem in der West- und Zentralukraine zu beobachten war, blieb jedoch nicht unwidersprochen.
Höhepunkt der Verehrung war die Ernennung Banderas zum „Helden der Ukraine“ durch den ukrainischen Präsidenten Wiktor Juschtschenko im Januar 2010, die zu heftiger Kritik aus Polen und Russland führte. Aber auch innerhalb der Ukraine mehrten sich die Proteste, so dass zunächst ein Bezirksgericht in Luhansk und später der Oberste Gerichtshof der Ukraine die Ernennung rückgängig machten. Bemerkenswert ist, dass die Gerichte vor einer inhaltlichen Begründung zurückschreckten und lediglich feststellten, dass Bandera nie ukrainischer Staatsbürger gewesen sei. Tatsächlich verbrachte er den größten Teil seines politischen Lebens im Gefängnis, in Lagerhaft oder im Exil.
Die Auseinandersetzung mit Bandera offenbart die Komplexität und Widersprüchlichkeit der Zwischenkriegszeit und vor allem der deutschen Besatzungsherrschaft im Zweiten Weltkrieg. Bandera und seine OUN hatten zweifellos ihre politischen Wurzeln in der völkisch-nationalen und faschistischen Ideologie, die sich in den 1920er Jahren in ganz Europa ausbreitete.
Die Radikalisierung erfolgte schließlich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, als Anhänger Banderas auch aus eigener Initiative Massenverbrechen an der jüdischen und polnischen Zivilbevölkerung verübten. Es darf dabei jedoch nie vergessen werden, dass es der deutsche Vernichtungskrieg im Osten Europas war, der diese Massengewalt erst entfesselte.
Bandera war aufgrund seiner langen Zeit in Haft vor allem ein Ideengeber und selbst kaum unmittelbar am Geschehen beteiligt. Sein „Mythos“ entstand vielmehr durch die Überhöhung seiner Person – sowohl in der ukrainischen Diaspora als auch in der sowjetischen Propaganda.
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