Wenn er nicht Krieg führte, habe er an seinem Hof mit großer Freude Ritterspiele treiben lassen und sich dabei in eigener Person beteiligt. Das autobiographisch angelegte Werk „Weißkunig“ präsentiert in literarischer Verfremdung Leben und Verdienste Maximilians von Habsburg (1486 –1519, seit 1508 Kaiser) und weist dabei dem Ritterspiel als Sammelbegriff für spielerische Kämpfe ein besonderes Gewicht zu. Nachdem Maximilian die verschiedenen „Künste“ wie Schrift, Malerei, Handwerk, Jagd und Handhabung von Waffen erlernt hätte, habe er begonnen, sich mit Rennen und Stechen in den Ritterspielen zu üben. Er erlangte dabei große Meisterschaft und erwarb sich Ruhm. Weil er so viele tapfere und ernste Ritterspiele führte, habe er im menschlichen Gedächtnis große Ehre erlangt, schließt das Kapitel ab und schlägt damit den Bogen zum Grundtenor dieser Schriften, dem „Gedechtnus“. In einem Schlüsselsatz des „Weißkunig“ wird die hinter diesem Begriff stehende Vorstellung erläutert: Wer sich in seinem Leben kein Gedächtnis oder Andenken schaffe, an den werde man sich nach dem Tod nicht erinnern, und er werde mit dem letzten Glockenton vergessen.
Ritterspiele nehmen im Rahmen der Ehren- und Ruhmeswerke Maximilians einen wichtigen Platz ein. Mit Hilfe von Gelehrten, Genealogen und Künstlern wie Albrecht Dürer, Albrecht Altdorfer, Jörg Breu oder Hans Burgkmair schuf sich Maximilian ein Bild, das seine Person und die Dynastie der Habsburger in bestem Licht zeichnete und überhöhte. Begeisterung für das Rittertum ging dabei Hand in Hand mit genealogischen und politischen Anliegen, galt es doch, die Habsburger, Maximilian selbst und den kaiserlichen Hof propagandistisch als Vorbilder zu stilisieren und den universalen Anspruch des maximilianischen Kaisertums zu unterstreichen. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 04/2014.
Peter Niederhäuser





