In der Paulskirche schloss er sich der rechtsliberalen „Casino“-Fraktion an und war dort von Anfang an eine der Schlüsselfiguren. Mochte sein politischer Gesinnungsfreund Heinrich von Gagern als Parlamentspräsident die größere Außenwirkung haben, so besaß Bassermann für die internen Abläufe als Vorsitzender des Verfassungsausschusses enormes Gewicht.
Auch als Debattenredner spielte Bassermann eine wichtige Rolle. Er verteidigte nicht nur die Mehrheitspositionen des Verfassungsausschusses bei kontroversen Themen wie dem Reichstagswahlrecht oder dem Reichsoberhaupt, sondern betrat auch bei anderen umstrittenen Fragen wie der Einsetzung einer provisorischen Zentralgewalt oder dem Waffenstillstand im Krieg um Schleswig die Rednertribüne, um die Haltung seiner Fraktion zu verteidigen.
Er tat dies, wie der Journalist Robert Heller meinte, „am liebsten, wenn die Gegner alle ihre Pfeile bereits von derselben unter dem Zujauchzen der Galerien herabgeschossen haben“. In seinem „Aufnehmen jedes Angriffs, in dieser gelassenen Waffenprüfung offenbart sich die Stärke seines rednerischen Talents, dem neben dem Bewußtsein des Rechts alle Besonnenheit des mäßigsten Ausdrucks zu Gebote steht“.
Als Ende Juli 1848 über die Besetzung des vom Reichsverweser zu berufenden Reichsministeriums verhandelt wurde, war Bassermann ein offenkundiger Kandidat. Mit Rücksicht auf Fraktions- und Regionalproporz blieb für ihn schließlich der Posten eines Unterstaatssekretärs im Innenministerium, wo er ein preußenfreundliches Gegengewicht zum österreichischen Minister Anton von Schmerling bildete.
In diesem Amt, für das er den Vorsitz des Verfassungsausschusses niederlegte, machte sich Bassermann unentbehrlich. Er überstand die Regierungswechsel im September und im Dezember 1848 im Amt und übernahm im November als Reichskommissar die schwierige Aufgabe, in Berlin mit dem preußischen König über die Optionen zur Lösung der nationalen Frage zu verhandeln.
Nachdem Anfang Mai 1849 eine zweite Berliner Mission gescheitert war, bei der er sondierte, ob die preußische Regierung doch noch zu einer Zusammenarbeit bewegt werden könne, legte Bassermann mit anderen „Casino“-Liberalen sein Mandat enttäuscht nieder. 1850 beteiligte er sich noch an den Versuchen, in der Erfurter Union eine konservative Variante der kleindeutschen Reichsgründung zustande zu bringen, aber 1851 zog er sich auch aus dem badischen Landtag zurück. Bassermann beging 1855 Selbstmord.
Autor: Prof. Dr. Frank Engehausen





