Schon der Titel des neuen Buchs von Olaf B. Rader, „Friedrich II. Der Sizilianer auf dem Kaiserthron“, deutet die Perspektive an, unter der der Autor den Stauferkaiser betrachtet: von „Süden“ her, als Herrscher, der „seine politischen Entscheidungen in den Dienst seines Königreichs Sizilien stellte“. Aus diesen Präferenzen heraus erkläre sich auch der völlige Bruch, den Friedrich II. mit den Herrschaftsideen und -praktiken seines Großvaters Friedrich Barbarossa vollzog. In den Blick kommt auch die nur aus „südlicher“ Perspektive erklärliche Flottenpolitik Friedrichs II., die ihn Expeditionen in den Orient unternehmen, Seeschlachten gegen Genua schlagen oder die Insel Dscherba erobern ließ. Rader, der ausgesprochen anschaulich und lebhaft zu schreiben weiß, führt den Leser zunächst nach Palermo, wo Friedrich aufgewachsen ist, erzählt von dessen Leben bis zur Kaiserkrönung und schildert Friedrichs Maßnahmen als Gesetzgeber und Bauherr. Im zweiten Kapitel charakterisiert er den Kaiser unter der Überschrift „Leidenschaften“, während das dritte Kapitel „Feindschaften“ die Außenpolitik zum Thema hat, den Kaiser als Kriegsherr, Seefahrer, Kreuzpilger, auch als tyrannischen Herrscher, der von seinen Gegnern dämonisiert wurde.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





