Im ausgehenden 14. Jahrhundert, in der Wirkungszeit John Wyclifs, hatten viele Menschen in England das Gefühl, in einer außergewöhnlichen Zeit zu leben: Gesellschaft, Staat und Wirtschaft veränderten sich mit zuvor nie gekannter Geschwindigkeit. Das verunsicherte die Zeitgenossen und beunruhigte sie. Unbekannte Seuchen, Kriege und Hungersnöte brachten Krankheit und Tod. Die furchtbare Beulenpest hatte England erstmals in den Jahren 1348/49 heimgesucht, 1359 bis 1361 und 1379 zog sie erneut durchs Land. Die verzweifelten Menschen litten Gewissensqualen und glaubten an eine Strafe Gottes für ihre Sünden.
Doch etwas anderes, was offenbar noch schlimmer war, schien sich während der nicht enden wollenden Kriesenperiode anzubahnen. Der Grundpfeiler allen Lebens, die Kirche und ihre Lehre, geriet ins Wanken. Das, was bislang als unerschütterlich und unveränderlich wahrgenommen worden war, wurde hinterfragt und nicht länger als Selbstverständlichkeit hingenommen.





