Als Nichtmuslime genossen die Griechen im Osmanischen Reich nach islamischem Recht den Status von „Schutzbefohlenen“. Dieser war mit Sonderrechten, aber auch mit einer Reihe von Diskriminierungen verbunden, die sie faktisch zu Untertanen zweiter Klasse machten. Für die Griechen, ebenso wie für alle anderen Christen, gab es daher wenig Grund, sich mit der osmanischen Herrschaft zu identifizieren. Jedoch war es durchaus möglich, sich mit ihr zu arrangieren.
Einigen Teilen der griechischen Gesellschaft gelang dies sogar recht gut. Dazu gehörte etwa die orthodoxe Kirche, anderen Spitze der Patriarch von Konstantinopel stand, der in dieser Eigenschaft zugleich einer der höchsten Würdenträger des Osmanischen Reichs war. Dazu gehörten ferner die Phanarioten, eine ebenfalls in Konstantinopel ansässige Gruppe von Kaufmannsfamilien, die ihren ökonomischen Erfolg im Lauf der Zeit in politischen Einfluss verwandeln und auf diese Weise schließlich sogar in staatstragende Funktionen aufsteigen konnten. Aber auch jenseits der Hauptstadt gab es griechische Lokaleliten, zum Beispiel auf der Peloponnes, die auf das engste mit der osmanischen Herrschaft verflochten waren und deren Stellung sogar wesentlich auf diesen engen Beziehungen beruhte.





