Die Autorin untersucht unter anderem, inwiefern die tatsächliche Behandlung der etwa 2,4 Millionen alliierten Kriegsgefangenen den Vorgaben der Haager Landkriegsordnung entsprach und wo sie sich im Zuge der zunehmenden Radikalisierung des Kriegs davon entfernte. Das Ergebnis bleibt ambivalent: Einerseits habe man bestimmte Haager Grundsätze strikt befolgt, so bei der Unterbringung und dem Rechts- und Disziplinarwesen. Andererseits aber habe die Oberste Heeresleitung mit der zunehmenden Ökonomisierung und Totalisierung des Kriegs die Gefangenen verstärkt als „Kriegsressource“ angesehen und als Zwangsarbeiter eingesetzt.
Auch wenn es wünschenswert gewesen wäre, als Quellengrundlage neben den Akten der Militärstellen auch verstärkt Erfahrungsberichte der Kriegsgefangenen zu nutzen, bleibt das Buch eine interessante und quellennahe Studie.
Rezension: Rupp, Daniel





